Reise blog von Travellerspoint

Bilderupdate 3.3.17

Wir sind nach atemberaubender Fahrt durch den Cañon del Pato in Caraz kurz vor Huaraz. Wir akklimatisieren noch bis zum 6.6.17, dann geht's auf einen 4Tage Trek (Santa Cruz Trek) bis auf 5500m.

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Eingestellt von Kojensen 19:15 Kommentare (0)

21.05. - 02.06.17 Galapagos bis Peru

21.05.17 Galapago, Cruise „Sea Star Journey“ Tag 1

Schon wieder geht es früh los. Der Flughafen ist auf einer anderen Insel im Norden (Baltra). Erstmal 40km durch die Insel, dann kurz Fähre fahren. Am Flughafen warten wir geduldig auf den verspäteten Flug. Langsam kommen die Gäste an. Bunt gemischte Gruppe. Klassische „ältere“ Amerikaner mit Familie (Bob mit seinen zwei SEHR großen Söhnen; Scott mit ebenfalls Frau und Söhnen; Mutter mit Tochter Melody), Ein sehr nettes Brüsseler Ehepaar und ein junges Londoner Pärchen auf Honeymoon. Und wir… die eben noch 2 nächte auf einem Parkplatz in Guayaquil geschlafen haben ;-) So machen wir uns auf zum Schiff. Guide Javier vorne weg. Sehr nobles Boot. Luxusklasse. 3 decks. Zimmer so groß, dass Grenny 2mal darin parken könnte. 2 Whirlpools. Luxeröse Austattung. Wir staunen nicht schlecht und genießen in vollen Zügen. Die Amerikaner sind „landestypisch“ leger gekleidet (trotz miliardenschweren Firmen) und wir schaffen es trotz SEHR begrenzter Abendgaderobe mit die schicksten zu sein. Auch der Informationsstand ist eher „landestypisch“. Ganz am Anfang fragt mit Bob: „Hey Kai, you are a smart guy. Where do we actually go with this ship“. Bis zum Ende der Reise scheinen sie nicht zu verstehen, warum ich vorher und während der Reise ein Buch über die Inseln lese, mich über die Tierarten und die Entstehung informiere. Manche Sachen kann man halt nur erleben, wenn man Hintergrundinfo hat. Wie soll man den Paarungstanz der Nascaboobies erkennen und die Bedeutung verstehen wenn man nichts darüber weiss. Die anderen gehen vorbei und denken „oh guck mal der hat ein Steinchen im Schnabel“. Dass es sich um rituellen Nestbau handelt und einzigartig ist bleibt ihnen verschlossen. Auch die salzverkrusteten Nasen der Iguanas (bedingt durch die Drüse in der Nase) bleiben ihnen ein Rätsel. Auch warum es kaum bunte Blüten zu sehen gibt (Die Planzen müssten ja zusätzlich den Bestäuber von Land mitgebracht haben… sehr unwahrscheinlich), warum so viele Seevögel da sind, etc. etc. Die Krönung ist die Frage am letzten Abend „well tell me, what´s all this Darwin thing about“. Naja, da haben sich die 5000$/Ticket (Discounttickets wie wir hatten die bestimmt nicht) ja wirklich gelohnt. Genug des „lästerns“, zurück aufs Schiff.

Wir fahren los und besuchen als erstes „Dragon Hill“. Mit dem Dinghy geht´s an Land und wir laufen über eine gut bewachsene Lavainsel um die Landiguanas zu sehen. Sie kommunizieren durch Kopfnicken. Auf jeder Insel hat sich ein andere „Code“ entwickelt. Bob beschwert sich über die „schlechten“ Wegverhältnisse :-))

Teil 2 des Tages:

Zurück an Board legt das Boot ab zu unserem morgigen Ziel „Black Turtle Cove“. Ich setzte mich auf den zweiten deck an die Reeling und beobachte das Wasser. Es springen große Jacks/Thunfische. Um 18.30 Uhr ist das erste Briefing mit Javier (unserem Guide). Hier wird uns per Powerpoint der nächste Tag erklärt, wann es los geht, was wir für Kleidung brauchen, was für Tiere wir sehen werden. Alles in allem natürlich sehr „behindertengerecht“. Wie oft kann man sagen „you need sunprotection“?? Wir knabbern die ausliegenden Snacks und sitzen bequem im luxeriösen Salon und betrachten das Treiben. nach dem Briefing stellt sich die Crew vor, ein Welcome drink wird serviert und dann gibt es Abendessen. Eine Vorspeise wird serviert, dann gibt es Hauptspeise vom Buffet und eine servierte Nachspeise. Die Tische gruppieren sich nach gusto. Wir sitzen mit Bob und seiner Familie. Unsere Geschichte wird staunend abgefragt. Bob fragt ob wir beide linkshänder seien… weil wir die Gabel links hielten wenn wir dass Messer benutzen. Eine Frage die nur von einem Amerikaner kommen kann, der immer nur mit der Gabel in der rechten und der linken unter dem Tisch isst. Später schwimmt noch lange ein Schwarm Haie um das Heck. Ein Seelöwe jagt einen fliegenden Fisch im Kreis und die Pelikane haben das Nachsehen und schauen vom Boot aus zu.

22.05.17 Galapagos Cruise Tag 2
Morgens nach dem Frühstück fahren wir mit dem Dinghy in die Black Turtle cove. Hier kann man zwischen Mangroven schwärme von Rochen, Schildkröten und Haien beobachten. Die Haie sind noch im Kindesalter und so süß man möchte sie gerne einpacken. Große mengen an Bluefooted Boobies tauchen nach Fischen. Zurück an Board bleibt kurz Zeit zu baden. Die „mutigen“ springen in´s Wasser und natürlich auch vom 2. und 3. (ca. 8m) Deck. Dann fährt das Boot Richtung Chinese Hat. Die überfahrt genießen wir bei bestem Wetter an Deck. Oben sind 2 Whirlpools und viele Liegemöglichkeiten. Auf dem Chinese Hat können wir wieder Vögel beobachten. Am Schluss finden wir sogar noch die typische Eule für die Galapagos. Sie jagt Tagsüber (!) und zwar Vögel. Sie sitzt ganz still vor den Felseingängen der Nester der Vögel. Super gut getarnt schnappt sie sich die Kollegen und verspeist sie bis auf die Flügel. Die liegen überall herum. Makaber Makaber. Auch interessant die Lavatunnel, die entstehen wenn der Lavafluss langsam versiegt. Am Strand gibt es Iguanas und Krabben (mit schöner blauer Brust) zu beobachten. Wieder an Board gibt es wie immer einen kleinen Snack und ein kühles Handtuch. Luxus Luxus! Die Handtücher auf dem Bett sind wieder zu einer neuen Tierart geformt und vor dem Abendessen werden in unserer Abwesenheit aufgedeckt. Liebevoller Service des Stewards. Wir machen uns ein bisschen schick, lange Stoffhose, Kleid. Dann Briefing (oh, morgen geht es früh los :-/) und dann Abendessen. Über Nacht fahren wir zur Insel Genovesa, ganz weit draussen. Die Überfahrt ist für nordische Gemüter ruhig. Mach andere Passagiere schlafen schlechter. Wir erzählen wie wir uns auf dem Weg nach Kolumbien mit einem Fuß an der Wand abstützen mussten um bei dem Seegang nicht aus dem Bett zu fallen. Unverständnis :-)

23.05.17 Galapagos Cruise Tag 3, Genovesa

Am Morgen liegen wir in der großen Darwin Bay der insel. Sie ist ein halb versunkener Vulkankrater, und an dem einen Ende kann man rein fahren. Am morgen gehen wir vom Boot aus über steile Stufen bis auf das hohe Inselplateau. Der Tag ist das Tierhighlight! Redfooted Boobies und Nasca Boobies brüten vor unseren Füßen. Kleine flauschige Küken üben das Fliegen. Wir können den rituellen Nestbau der Naca Boobies beobachten, und den „echten“ der Rotfüße. Alles in wenigen cm Entfernung und in einer so großen Masse, dass man gucken muss wo man hintritt. Überwältigt geht es wieder an Board. Erneute Bade/Sprungzeit. Dann Ausflug zu einem anderen Teil der Bucht: Fregattvögel in der Brunftzeit. Ein wahnsinns Spektakel. Die Männchen sitzen am Boden und blähen ihre roten Säcke was das Zeug hält. Drüber fliegen die Weibchen und suchen sich das schönste aus. Am Strand wird ein Seelöwenbaby gesäugt.
Am Nachmittag wird geschnorchelt. Eine Plattform auf ca. 6m tiefe bietet den Hammerhaien einen Platz wo sie sich von kleinen Fischen Putzen lassen können. Und wir können so die Tiere sehen, die sonst viel tiefer schwimmen. Ich habe glück und kann 2 beobachten. Das Kajakfahren am Nachmittag lassen wir aus, weil es nur in einer fixen Gruppe stattfindet und im Kreis paddeln brauch ich nicht. Wir setzten uns lieber in den Whirlpool :-)

24.05.17 Galapagos Cruise Tag 4, Santiago

Am nächsten Morgen sind wir schon wieder an einer anderen Insel. Und Früh geht es los. schon um 6(!) fahren wir mit dem Dinghy auf die jüngste Insel bzw, die jüngste Lava. Sie ist erst 200 Jahre alt und noch ganz schwarz. Wir laufen über die schroffen Lavaflächen und staunen über die „eingefrohrenen“ spritzer, die durch ein großes heißes „Blub“ entstanden sind. Wachsen tut hier noch nichts ausser dem Lavakaktus. Bis es mal etwas grün wird werden noch viele tausend Jahre vergehen. Nach dem Ausflug kommt das Frühstück. Wie immer mit Omelett nach Wunsch, Wurst, Käse, Früchten und „amerikanischem“. Danach stehen zwei Schnorchelrunden von je 1h an. Kalt ist das Wasser (ein Grund für den Tierreichtum). Zusehen gibt es viele Haie aus nächster Nähe, große Seesterne und natürlich die „üblichen“ großen Schwärme bunter Surgeonfishes, Moorish Idol, Hogfish, Parotfish, etc etc. Highlight: 2 Pinguine. Zum knuuutschen!!!
Fast vergessen: Vor dem Frühstück steigen wir noch über viele Stufen zu einem Leuchtturm auf und können über die beiden unter uns liegenden Buchten schauen und das „berühmte“ Foto schiessen. Am Pinnacle Rock, der unter uns liegt war der Vater auch schon… da waren die Stufen wahrscheinlich noch nicht so gut ausgebaut ;-) Zum Mittagessen tischen sie eine ganze (im ganzen gebratene) Sau (naja, vielleicht ein großes Ferkel) auf :-) Am Nachmittag beginnt schon die Fahrt zurück nach Santa Cruz. Wir werden begleitet von Schwärmen von Fregatvögeln, die sich über dem Oberdeckt gegenseitig Jagen. Wir liegen in der Sonne/Im Pool und genießen die Überfahrt. Vor allem ein paar schön gestellte Fotos müssen noch her. Am Abend ist Landausflug nach Puerto Ayora, aber da waren wir ja schon. So genießen wir nochmal das Schiff/die Kabine. Für uns aktuell der größte Luxus Es reicht aber auch langsam, denn die straff geplanten Tage ohne einen Platz für individuelle Entfaltung fallen uns nicht leicht. Zu stark ist doch der Babysitting Faktor.

25.05.17 Galapagos Cruise Ende, Flug nach Guayacil

Am nächsten Tag geht es noch früher los. 5:15 Uhr Frühstück. Ich habe mir mit etwas den Magen verdorben. nach 10 Monaten Streetfood musste es natürlich auf diesem Luxusliner passieren. Wie ich immer sag: Wenn du die Küche nicht sehen kannst :-/ So war die Nacht etwas kurz. Wir setzen über und fahren mt einem Bus noch zu den Riesenschildkröten. Die kannten wir schon, und unsere Farm war schöner, aber man kann nicht genug bekommen von den riesen Teilen. Unser Guide scheint auch noch etwas müde. Er lässt uns alleine umherlaufen. Am Flughafen angekommen hat der Flug Verspätung Wussten wir schon seit dem Vortag aber die Crew lies sich nicht zu einem späteren Start überreden. So hängen wir am Flughafen ein paar Stunden herum. Noch ein Grund für das Reisen mit dem Van: So hat man immer ein Bett dabei. Jetzt liegen wir auf dem Flughafenboden und versuchen Schlaf nachzuholen. Immer noch plagt mich der rechte Ischiadicus. Seit dem letzten Kiten und einem Sturz schmerzt er. Naja, Stufenbett und Pause habe ich auch noch nicht gemacht. :-)

Zurück in Guayaquil verabschieden wir uns von allen. Sie haben es alle zurück geschafft, auch wenn die panischen Fragen unserer Mitreisenden vom Vorabend noch in unseren Ohren nachhallen: „Wo bekommen wir den Boardingpass?? Was für Schuhe sollen wir anziehen? Die Blcke die wir auslösen, als wir kein Taxi nehmen, sondern zu Fuß gehen (Grenny steht nur 15 min vom Flughafen) sind ebenfalls göttlich. Wir freuen uns wieder in Grenny zu sein und schlafen früh ein.

26.05.17 Auf nach Peru

Rasu aus Guayaquil und über die GRenze in Huaquillas in Küstennähe. Gute Grenze, nur sind gerade Ferien in Ecuador, so dass wir fast 3h anstehen um ausreisen zu können. Will sich jmd vordrängeln drehen die Latinofrauen auf. Ein Spektakel wenn man „patiencia“ hat. Der Zollbeamte möchte ich aber auch nicht sein. Der Rest geht problemlos. Exportation ging schon vor der GRenze, Eireise und Zoll bzw. Import auch recht problemlos, auch wenn der arme Zollbeamte rechte Probleme hat Grenny in seiner Maske einzupflegen. Es ist spät geworden. Schnel weiter. Das erste Camp wird gleich angesteuert und schon wird es dunkel. Erster Eindruck von Peru: Deutlich staubiger/dreckiger als Ecuador. Es gibt wieder eine neue Form des Mototaxis. Sehr einfache Häuser/Bretterhütten. Deutlich ärmerer Eindruck. Strassen viel schlechter. Wie sagte ein Ecuadorianer den wir in Kolumbien trafen: Ecuador hat den Selben Regen bekommen wie Peru… aber in Ecuador ist nicht das ganze Land weggeschwommen. Infrastrukturinvestitionen lohnen sich! Unser Übernachtungsplatz ist am Strand. Hier werden ein paar Bungalows vermietet. Campen kann mann auch. Wir sind die einzigen Gäste. Alles ist etwas Kapputt/umgeweht /beschädigt. Viel auch noch vom Wetter der letzten Zeit. Sehr nette Inhaber die traurig sind, dass wir nicht länger bleiben können. Er repariert sogar noch ein Verlängerungskabel, dass wir Strom haben können. Seit langem mal wieder ein Sonnenuntergang über dem Meer (Pazifikseite!) und das letzte mal, dass wir an den Pazifik kommen. Wir haben berechnet, dass wir 7 mal zwischen Atlantik und Pazifik hin und her sind auf der Reise. Auch die letzten Strandtage stehen an. Nach Peru sind wir nur noch im Inland. Das ist aber auch ok, denn so eine Reise ist ja gerade auch deswegen schön: Man freut sich mal wieder die Sonne über dem Meer zu sehen, freut sich über den Pazifik, und darf wehmütig sein sich von ihm verabschieden zu müssen. Soetwas bekommt man nur wenn die Zeit begrenzt ist. Und dass ist sie… nicht nur auf dieser Reise, sondern natürlich auch auf unserer Reise durch das Leben. Das macht es doch auch schön… dass es endlich ist.

Ecuador Spezial:

Ecuador hat uns durch seine guten Strassen und extrem einfache „bereisbarkeit“ überascht. Besonders hier waren:
-Cuy/Meerschweinchen
-Mit der Handfläche nach oben jemanden heran zu winken/einzuweisen etc. ist sehr unhöflich. So machen es alle mit der Handfläche nach unten gerichtet (von oben kommend)
-Autofahrer in Ecuador sind besonders schlimm, weil sie nicht nur nicht fahren können, sondern sich besonders dumm anstellen ohne agressiv zu sein. So wird zum Beispiel der Blinker „links“ gesetzt um zu zeigen, dass (während man rechts anhält) die anderen links vorbei sollen. Klar, warum nicht?! Argh!

27.05.17 Swiss Wassi
Früh brechen wir auf, denn wir wollen zum Swiss Wassi Camp. Hier wollen wir ein paar Tage verweilen und wir freuen uns drauf. Weiter also auf der PanAm Richtung süden. Im nächsten großen Ort können wir Geld abheben, aber man merkt schon, dass die Infrastruktur schlechter ist. Der nächste große Supermakrt ist 4 Stunden entfernt. Tankstellen sind weit ausseinander. Steffi kauft in einer Markthalle sehr günstig frische Sachen ein. Ich sitze derweilen draussen und unterhalte mich mit den Männern die vor ihren Geschäften sitzen und Grenny bewundern. Die Üblichen Themen: Deutschland, Fußball, die Reise, Tipps für weitere Ziele, die örtliche Polizei. Wir haben die hier erforderlichen Reflektorstreifen gekauft und sofort einmal rund um Grenny aufgeklebt. Sie braucht man eigentlich nur für kommerzielle Fahrzeuge oder sehr große, aber „eigentlich“ darf die Polizei ja auch keine Bestechung annehmen… tut sie aber zu hauf und wir wollen uns schützen. So sagen es auch die Lokals. Nach dem Einkauf also zum SwissWassi Camp. Ein bisschen Strand, sehr schöne Anlage, relaxte Atmosphere. Wir stehen schön auf Kies, es gibt eine Dusche und eine Waschmaschine. Sogar eine Eistruhe mit einer Liste zum „anschreiben“ ist da… keine gute Sache… sehr „gefährlich“ :-) Nach 5 Minuten am Strand ist die erste Kokosnuss offen und unsere Tage hier können beginnen.

27.05. - 02.06.17 SwissWassi Beach Time

Wir wissen gar nicht wo die Zeit hin ist so schnell ist sie vergangen. Wir schlafen nur meter vom Wasser entfernt mit offener Heckklappe. Sonnenuntergänge nochmal richtig zum genießen. Anfangs waschen wir Wäsche und machen eine Sachen an Grenny (Elektrik Verkabelung verbessern, Kontakte reinigen, Solarkabel verlängern etc.) und was sich sonst so angestaut hat. Dann wird nach Herzenslust gelesen, gekocht und im Meer gebadet. Steffi hat einiges für Katis Hochzeit zu tun. Das Internet ist schnell und ermöglicht somit einiges was die letzte Zeit auf der Strecke blieb. Auch ein Video für Anna-Lena und Kaspers Hochzeit machen wir. Wir stellen nach wie wir versuchen zur Hochzeit zu kommen aber es nicht schaffen. Wir kochen jeden Tag mit dem was wir noch haben. Für so einen langen Aufenthalt hatten wir nicht eingekauft, aber es ist immer interessant mit dem zu kochen was man hat. So brauchen wir auch die letzten eisernen Vorräte auf. Eine Dose Dosentomaten hat es von Mexico bis hierhin geschafft :-) Anfangs sind noch 6 weitere Deutsche da, die machen sich aber bald auf den Weg. Ich nutze die Chance auf viel Zeit im „Stufenbett“. Am letzten Abend machen wir Lagerfeuer und spielen Gitarre. Was für eine tolle Zeit an diesem sehr speziellen Ort.

02.06.17 Richtung Huaraz, Stop in Chiclayo

Am Morgen nehmen wir noch Anne mit. Die ca 65 Jährige Amerikanerin fragte am Vorabend b wir sie ein Stück mitnehmen könnten. Als wir bejahren ist sie glücklich („That´s so cool, man!“) Die ältere Dame hat einen lässigen Slang drauf. Sie hat mit dem Fahrrad und dem Rucksack schon die ganze Welt bereist. Wohnen/Arbeiten tut sie auf einem Boot in Miami, aber hat schon in fast jedem Land gelebt. Großartige Geschichten von wie sie mal einen Affen hatte (und ihn an einer Grenze zurück lassen musste), warum sie einen Pferdesattel dabei hat und vieles mehr erfahren wir in der kurzen aber tollen Zeit mit ihr. Sie sitzt hinten auf unserem Bett und erzählt uns eine Geschichte nach der anderen. Ihren Sattel haben wir aufs Dach geschnallt. Wir sind ein bisschen traurig nicht mehr hören zu können, als wir sie in Mancora rauslassen. 5 Minuten Später ist ihr Platz aber schon wieder gefüllt. 2 junge Argentinier (immer sehr angenehme Gesellen) haben wir aufgesammelt. Sie ist Studentin, er Pharmareferent. Sie sind seit 2 Jahren unterwegs und auf dem Weg nach Hause. So sitzen die beiden wohltattovierten Mitfahrer mit uns ca. 3h im Auto. Wir können uns nur auf Spanisch unterhalten, aber das übt ja… In Piura verabschieden wir uns, denn wir müssen einkaufen. Der große Supermarkt hat einfach Alles, ist aber auch der einzige im Umkreis von vielen Stunden! Interessant auch so viele verschiedene Quinoa Produkte zu sehen (RIegel, Müsli etc.). Nach einem langen Fahrtag auf einer sehr wechselhaften Strecke (In den Städten fast 4x4 pflichtig, dazwischen zum Teil sehr gute Strassen, dann aber wieder riesige Löcher. Viel Müll). stoppen wir nach Chiclayo. Eine neuere Tankstelle lässt auch Trucks über nacht parken. Wir sind der kleinste „Truck“ in dieser Nacht. Sofort läd uns ein netter Trucker auf eine Cola (1L!!) ein. So sitzen wir am Tisch des Raststätten Restaurants und trinken Cola. Er hat schon einmal ein Jahr in Spanien gearbeitet und fängt ab 2018 dort fest an. So war er als Trucker schon in ganz Europa und kennt natürlich auch die „A siete“ (A7) und Ulm, Hamburg, Dänemark etc. Witzing zu denken, dass er schon mehrfach bei uns zu Hause keinen Kilometer weit an uns vorbeigefahren ist und nun trifft man sich in Peru. Bei seiner nächsten Fahrt durch Deutschland will er sich melden :-) Was für ein schöner Abend. Wir gucken noch ein paar Folgen in Grenny und futtern unsere frischen Einkäufe (Brötchen, Aufschnitt, Salsa de Aji, Olivenmayo). Ein dunkles Cusquena dazu. Wunderbar. Etwas unruhige Nacht, aber für einen Truckstop gut.

Eingestellt von Kojensen 18:35 Kommentare (1)

1.6.17: Bilder update Peru SwissWassi

Fast 1 Woche genießen wir schon einen der letzten Strände auf unserer Reise. Die restliche Küste von Peru soll nicht so attraktiv sein, so saugen wir die Sonnenstrahlen hier noch mal auf. die Tage am Strand vergehen im Flug. Nachts singen uns die Welle in den Schlaf. Wir haben genug Platz an Grenny herumzu tüddeln und uns auszubreiten. Jonglieren, meditieren, Brot backen, Wäsche waschen, lesen, angeln, Spanisch lernen. Langeweile kam nicht auf und wir könnten problemlos noch mal eine Woche bleiben. Nächster Halt Huaraz um den Santa Cruz Trek in den Anden zu machen.

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Eingestellt von Kojensen 15:35 Kommentare (0)

12.05.-20.05.17 Baños bis Galapagos

Aktuell am 30.05.17 entspannen wir im Norden Perus am Strand und verdauen die aufregende Zeit auf den Galapagos Inseln.
Hier ein paar Berichte der vergangenen Tage.

12.05.17 Baños

Am Morgen können wir beobachten wie das Dorf erwacht. Um 5 kommt ein Laster mit Betonsteinen. Die Bewohner (hauptsächlich Frauen) laden die Steine auf dem Marktplatz ab. Die schönen Menschen in Tracht sind schon geschäftig unterwegs an diesem kalten Morgen. Ein letzter Blick über die Lagune und wir fahren ab. Kurz treffen wir noch die belgische Familie von Summerwind. Sie hatten auch im Regen (mit 3 Kindern in Dachzelten) am Cotopaxi gecampt. Da der Regen uns verfolgte haben sie sich für die nacht an der Lagune in einem Hostel eingemietet. Tolle Kinder auch. Keins Quängelt trotz wiedrigkeiten, Kälte und Regen. Tough!

Die Fahrt zurück ist wieder ein Augenschmaus. Von den Strohhütten haben wir noch nicht erzählt. Sie bauen hier Hütten komplett aus Stroh. Teils als unterstand, teils als Haus. Sieht wie eine Kreuzung aus Strohballen und Hütte aus. Bestimmt kuschelig. Kuschelig sehen auch die schwarzen Schweine aus. Als ich eins streicheln will „bellt“ es mich so laut an, dass ich fast in den Strassengraben falle. Hätten das Dorfbewohner gesehen, sie hätten sich scheckig gelacht. Am Strassenrand stoßen wir um 9:30 Uhr endlich auf Cuy. Eine alte Dame dreht die Nager über dem Feuer. 2 Stunden, dann sind sie gut. Und nur am Wochenende, die schon berichtet. Wir nehmen eins und kaufen bei einem kleinen süßen Maleropi ein kleines Bild. Dann geht die schöne Fahrt weiter. Wir staunen wieder über die schönen Menschen, ihre freundlichen Gesichter; selbst wenn ihnen der Esel die Strasse hinab davon läuft (Leine noch um den Knöchel gebunden). „FREIHEIT“ scheint er zu wiehren.

Angekommen in Banos fahren wir zu einer der Thermen. Hier können wir schwimmen und im Whirlpool sitzen. Sogar eine kleine Sauna gibt es. Wir haben den Wellnessbereich fast für uns. Der Park vor den Thermen ist belebt. Es wird Basketball gespielt und eine Tanzgruppe probt. Ich „probe“ auch etwas und packe die Keulen aus. Am Abend sitzen wir sehr nett in der „Chez Roberto“ Grill Bar. Die gemütlichen Schaukelstühle ziehen uns an. Drinnen sitzt Roberto mit ein paar Freunden und spielt Karten. Wir machen es uns auf der Veranda bequem. Wir schlafen ruhig an der Straße geparkt. „Panchos Way“ ist auch da.

13.05.17 Casa del Arbol und Fahrt nach Alausi

Am Morgen zuckeln wir eine Bergstrasse in die grüne Landschaft hinauf. Hier steht die original „Himmelsschaukel“ die fast jeder schon mal auf einem Foto gesehen hat. Mehrfach wurde sie zu dem „schönsten Ort ein Foto zu machen“ auf der Welt gewählt. Es ist erst 8 und wir haben alles für uns. In einem großen Baum direkt am Abgrund sitzt ein süßes Baumhaus. Rechts und links sind je eine Schaukel angebracht. Über eine Rampe kann man richtig Schwung holen und dann…HUIIIII. Wir schaukeln 1h ganz alleine. Sonst hat man nur 60 Sekunden zum Schaukeln und es gibt eine riesige Schlange. Gute Fotos!
Dann fahrt nach Alausi. Hier fährt morgen unser Zug zu „Teufelsnase“ ab. Wir kommen am Bahnhof an und können direkt davor parken. So verpasst man keinen Zug. Es regnet etwas und wir sitzen in einem Kaffee gegenüber und trinken Kaffee und nutzen das Wlan. In der nacht findet eun großes Fest auf dem Bahnhofsplatz statt. Mitten in der Nacht zieht die Blaskapelle aus. Bis um 4 Uhr morgens läuft Musik. So ist es manchmal.

14.05.17 Bahn zur Teufelsnase, Fahrt nach Guayaquil

Um 8 besteigen wir den schön aufgemachten Zug. Der von vor 40 Jahren, auf dessen Dächern die Mitfahrer auch gerne mal draufgingen, ist es nicht aber schöna uf alt gemacht. Bequeme Sitze. Wir lernen ein Nettes Paar aus Canada/USA kennen. Die Fahrt ist beeindruckend. Wir fahren durch dramatische Täler und um die Serpentinen zu bewältigen fährt der Zug mal vorwärts, dann wird eine Schiene umgelegt, dann rückwärts die nächste Serpentine hoch. Die Teufelsnase ist nicht so beeindruckend. Am Ende der Fahrt gibt es noch eine Tanzaufführung der lokalen Volksgruppe. Touristisches „Magenzwicken“, aber was soll man machen, es ist halt inbegriffen.

Wir fahren Richtung Guayacil und machen kurz vor der Stadt halt. Hier gibt es eine art Erlebnisrestaurant bei dem wir im Innenhof parken können. Sogar eine Dusche bekommen wir zur verfügung gestellt. Es ist Muttertag und deshalb SEHR voll und laut.

15.05.17 Guayaquil

Irgendwann geht am Morgen auch Strom und Wasser, so dass wir frisch geduscht abfahren. Wir sind nun fast wieder auf Meeresniveau und es ist schwül. Die Bananenplantagen sind zurück. Wir kaufen eine Tüte voll. Gar nicht so einfach, denn eigentlich gibt es sie an den Ständen nur staudenweise (Für 1$/Staude, aber wer soll das essen??). Guayaquil ist die größe Stadt des Landes und wir tasten uns vorsichtig durch den Stadtverkehr. Das Hotel Livingston ist bald gefunden. Auf dem eingemauerten Parkplatz hinter dem Hotel dürfen wir parken. Fließend Wasser. Strom. So lässt es sich auch auf einem schwülen Parkplatz aushalten. Wir waschen Wäsche per Hand, da es keinen Waschsalon gibt. Zum Glück gibt es eine lange Wäscheleine. Unser Cruise für die Galapagos ist auch fix. Wir haben uns für die „Sea Star Journey“ entschieden. Ein Luxus/Boutique Schiff mit dem besten Preisleistungsverhältnis, aber dazu später mehr. Schnell laufen wir rüber zum Flughafen und kaufen Tickets auf die Insel San Cristobal. Übermorgen geht es los. Danach in diegroße Mall del Sol gegenüber. Ich brauche neue Turnschuhe und finde sie auch. Wir sitzen auf dem Parkplatzboden und genießen leckere selbstgekochte Nudeln und blättern durch den vor Luxus prozenden Yachtkatalog unseres Schiffes. Diese Kontraste machen es für uns aus!

16.05.17 Guayaquil
Heute ziehe ich los einen Ölfilter zu bekommen, damit wir einen Ölwechsel machen können. Steffi geht es nicht so gut und sie hütet Grenny. Nach ca. 1h habe ich den richtigen Laden. Dann mit dem Bus in die „gefährlichste Stadt Ecuadors“. 2 mal umsteigen und ich bin da wo ich hin will. Ich streune durch die Strassen und Ladenpassagen auf der Suche nach einem Friseur. Es ist nötig. Die Dame schnibbelt und brabbelt kompetent. Sie versucht mein Spanisch zu verbessern. Leider ist das der erste Friseurreinfall, aber die Haare wachsen ja nach :-) Danach mit etwas zu Essen an den Malecon. Dann in die Parque de Iguanas. Ein einfacher Stadtpark bis auf die Besonderheit der zig großen und kleinen zahmen Iguanas. Zurück an Grenny packen wir für die Galapagos. WIr sind sehr aufgeregt!

17.05.17 Galapagos, Flug nach San Cristobal

Unser Galapagosplan steht und beginnt mit einem Hinflug nach San Cristobal, eine Insel im Osten. Nach 3 Tagen dort soll es auf Santa Cruz gehen. Nach 24h dort auf unser Luxusschiff für 5 Tage. Die Route geht nach norden hoch nach Genovesa. Der Flug ist sehr komfortabel und kurzweilig. Angekommen können wir in ein paar Minuten in das kleine Stadtzentrum laufen. Alles sehr klein und putzig. Wir übernachten im Hotel Paraiso insular. Wir bekommen einen guten Preis und das Zimmer ist sauber. Sogar eine kleine Dachterasse mit Hängematte hat das Hotel. Der erste Erkundungslauf in den Ort lässt uns schon staunen. Überall liegen Seelöwen in den Strassen herum. Marine Iguanas sitzen auf den Steinen. Bunte Krabben krabbeln herum. Der Strand vor der Promenade ist vollen Seelöwen. Wir beobachten sie lange und nicht zum letzten mal. Gerucht ist für die Tiere sehr wichtig, so dass wir sie dabei beobachten, wie sie aus dem Wasser kommen und erstmal jedem in der Gruppe an der Schwanzflosse schnuppern um auch zu wissen, wer wer ist. Manche Herren sind besonders dreist und robben klitschenass über die Sonnenbadenden drüber, oder drängen sich zwischen schlafende Dreiergruppen. Lautes „Blöken“ folgt.
Nachdem wir den Tauchgang (Los Mantas Dive Center) für übermorgen fix gemacht haben und einer tollen Portion Cevice (Kreuzung Hernan Melville/Alsacio Northia) gehen wir zu „La Loberia“. Ein Strandabschnitt an dem die Seelöwen und Iguanas zu Hauf am Strand liegen. Man selber kommt als „Gast“ dazu. Im Sand kann man die Schnurgeraden Schleifspuren der Iguanas sehen, die zielsicher zu einem Exemplar im Gebüsch führen. Wir genießen unsere Zeit mit den Tieren am Strand. So nah kann man ihnen nirgendwo sein. Beim kurzen Schnorcheln sehen wir eine große Meeresschildkröte. Abendessen in dem kleinen Lokal neben unserem Hotel. Hier wird unaufgeregt das Tagesangebot heruntergebetet (Karten gibt es selten). „Fleisch, Hähnchen, Geschnetzeltes, Fisch“. „Was für einen Fisch“ wollen wir wissen. „Thunfischsteak. Na dann… Das wird dann auch noch auf dem Holzofen gegrillt und landet (40cm lang) auf dem Teller. Für 5$ nicht schlecht!

18.05.17 Galapagos, San Cristobal

Heute: Inselerkundung. Wieder verweilen wir etwas bei den Seelöwen an der Promenade. Ich bekomme heute ein traditionelles Frühstück: Pansengeschnetzeltes mit Reis. Steffi möchte gern etwas anderes… man kann es ihr nicht verdenken :-) Zuerst gehen wir zum „Playa Mann“: Hier ist noch keiner, ausser den Seelöwen natürlich. Weiter durch das sehr gute Interpretation Center zur Bucht „ Tijeras“. Eine Treppe führt hinab durch das Lavagestein, zwei Seelöwen „blockieren“ die Einstiegsplattform. Ein verlassenes paar Flipflops ohne passenden Schwimmer dazu? Tragen die Seelöwen jetzt schon Flipflops?? Die große Lagune ist umringt von Seelöwenkolonien und als wir hineintauchen spielen die Tiere mit uns. Liegt man reglos da verlieren sie schnell das Interesse („Wie überlebt der denn? Der kann ja gar nicht schwimmen“), schwimmt man mit ihnen umher spielen sie ausgelassen und ohne Scheu. Faszinierende Erlebnisse. Auch die großen Meeresschildkröten beeindrucken wiedereinmal. Diese bis zu 80 Jahre alten Riesen gleiten moosbewachsen durch das Wasser und wirken als ob sie auch schon seit tausenden von Jahren durch die Menscheitsgeschihte gleiten würden. Unberührt von kleinen Wogen und Wellen der Zeitgeschichte. Weise, alt und so freidlich. Wir sehen viele an diesem Tag, aber es ist jedesmal aufs Neue eine nahezu spirituelle Erfahrung. Kalt ist das Wasser, nach 40min müssen wir schon frieren. Das ist ja auch das besodere an den Galapagos: Tropisches Land, mit kaltem, lebensreichem Wasser.

Dann besuchen wir noch verschiedene Buchten. Die Darwin Finches sind so zutraulich, dass sie von der einen Seite anfangen mein Sandwich zu essen, während ich auch der anderen Seite hineinbeise. Dabei ist doch Tiere füttern verboten. Wissen die das denn nicht? :-) Auch können wir beobachten wie zwei Touristen von einem Seelöwen aus „seinem“ Schattenplatz unter einem Busch verscheucht werden. Erst saßen sie da ganz entspannt, dann kommt der Seelöwe aus dem Wasser und sagt : „Das ist mein Platz“. Den rest des Strandbesuchs müssen die armen in der brennenden Sonne sitzen xD

Auch interessant, dass die Seelöwen häufig mit einer Flosse aus dem Wasser in der Bucht hin und her treiben. Sie wärmen sich so auf, erfahren wir später.

Abends gibt es Burger bei „Cris“. Große auswahl und die leckersten Pommes der Reise. Einen Cocktail noch in einer kleinen Bar und dann geht es ins Bett.

19.05.17 Galapagos, Tauchen Kicker Rock

Um 7:45 Uhr sind wir an der Tauchbasis. Wir fahren nicht lange mit dem Boot bis zu dem marzalisch gespaltenen Kickerrock. Unglaublich, dass viele der Inseln 3000m „tief“ sind. Mit in unserer Gruppe noch ein Brazillianer und unser Instructor „Danielle“. Wir haben viel Glück an dem Tag. Große Hammerhaischulen schwimmen ganz nah an uns heran. Wir tauchen durch einen so großen Fischschwarm, dass wir komplett darin verschwinden. Schön schwebende „Eagle Ray“ Gruppen und große Gruppen von Galapagoshaien können wir auch noch beobachten. Wir kamen um große Tiere (besonders die Hammerhaie) zu sehen und wir haben bekommen wo nach wir gesucht haben. Müde aber glücklich essen wir einen guten Lunch an Bord und chillen dann an einem wunderbaren Strand.

Etwas länger suchen wir am Abend nach einem passenden Restaurant und bekommen dann einen halben Brujo (Warlock) gegrillt. Dieser Rote fisch mit den vielen Punkten wird hier häufig gegessen. Einfache Gräten, aber viel zu viel für 2. Aber weniger gab es nicht. So wie bei den Bananen: Staude oder gar nix…

20.05.17 Galapagos, Santa Cruz

Früh fahren wir mit dem Speedboot 2h zur Insel Santa Cruz. Hier legt unser Schiff ab und hier ist auch das Darwin Research Center welches wir besuchen wollen. Das Meer ist ruhig, trotzdem katapultiert es eine Frau bei einer Welle aus ihrem bequemen Sitz. Wie das wohl bei Seegang ist. An der Decke hängen zumindest viele Kotztüten. Angekommen merken wir einen drastischen Unterschied zu San Cristobal. Puerto Ayoro in Santa Cruz ist wirklich das Touristenhub der Galapagos und deutlich größer. Dafür VIEL weniger Tiere. Kein guter Tausch. Das Darwin Center ist toll gemacht und man bekommt spontan lust auf Biologie umzusatteln und hier zu arbeiten. Das brüten der Riesenschildkröten scheint gut zu laufen. Wir beobachten 2 der Kolosse beim Liebesspiel. Unser Hotel ist gleich eine Querstrasse hinter dem Hafen (Hostal Brattle) und für 25$ bekommen wir ein Zimmer. Nach dem Darwin Center fahren wir noch auf die El Chato Ranch mit dem Taxi. Hier leben die Riesenschildkröten wild. Wir gehen durch die Guayaba Haine und beobachten die Riesen (teils über 100 Jahre alt!) dabei wie sie gierig die Früchte Mampfen, im Tümpel baden oder entspannt umherlaufen. Mäßig beeindruckender Lavatunnel.

Nachmittags findet Steffi noch eine tolle Hammerhai Silberkette. Am Abend sitzen wir in der Charles Binford Strasse und essen frischen Hummer. (15$/Stück). Ab 1800 Uhr werden hier von allen kleinen Restaurants die Tische auf die Strasse gestellt. Alle sitzen nebeneinander und essen. Wir unterhalten uns nett mit einem amerikanischen Ehepaar. Vorzüglicher großer Hummer (die Galapagos Variante, keine Scheeren, sehen lustig aus). Danach ein paar Cocktails zur Happy Hour. Treiben beobachten.

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Bilder Galapagos Tauchen

Ein paar mehr Tauchbilder… und natürlich die PINGUINE…ohhh...

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Bilder Galapagos Animals

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Bilder Galapagos 2

Noch eine kleine Runde für Euch.

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Bilder Galapagos

Heute sind wir von den Galapagos zurück gekommen. Diese unglaublichen Inseln haben uns sprachlos gemacht und wir müssen erstmal verdauen. Hier ein paar kleine Eindrücke der Tierwelt über und unter Wasser.

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06.05.17 - 11.05.17 Otovalo, Äquator, Quito, Cotopaxi, Quiol

06.05.17 - 11.05.17 Otovalo, Äquator, Quito, Cotopaxi, Quiolotoa

06.05.17 Otavalo Markt

Wir fahren früh ab und sind schon um kurz nach 7 in dem 45min entfernten Otavalo. Wie sich herausstellt wieder eine Gute Entscheidung. Einige Stände werden noch aufgebaut, manche der Markfrauen frühstücken gegrillten Fisch. Vom weißen Mann noch keine Spur. Auf dem ersten großen Platz sind weniger Stände. Die ersten zwei Reihen besteht fast ausschließlich aus Gruppen von Frauen in traditioneller Kleidung die auf dem Boden sitzen und ihre Ware verkaufen. Sie haben Säcke voll mit Erbsen, dicken Bohnen etc. und pulen fleissig vor sich hin. In der großen Schüssel mit Erbsen/Blaubeeren etc. steht auch eine kleine Schüssel, hoch gehäuft mit dem Gemüse oder Obst. Kauft man etwas schüttet die Frau die kleine Schüssel in eine Plastiktüte und gibt dann immer noch eine Hand voll dazu. So kaufen wir Blaubeeren (ca. 1kg), Erbsen (schon gepult), Quinoa etc. Jede Tüte kostet zwischen 25ct und 1$. 1$ für ein Kilo frischester Blaubeeren??? Alles handgesammelt und frisch gepult. Später sehen wir noch wie die Blaubeeren in den Bergen gesammelt werden. Mit diesem Wissen hätten wir bereitwillig den „deutschen“ Preis gezahlt. Aber erstmal ist es Zeit für das Frühstück, denn so scheint es für alle gerade zu sein. In einer Gasse voller kleiner Zelte mit Bänkchen davor schmausen die Marktbesucher. Wir sitzen bei einer alten Omi mit einer großen Pfanne. Die kleinen Bänkchen sind direkt um die Pfanne geschart und sofort hält sie uns einen Löffel hin mit einer Kartoffel drauf. Wir sollen probieren was sie hat. In der Pfanne ist so etwas wie die Ecuadorianische Antwort auf Bratkartoffeln mit Blutwurst. Gutes Frühstück! Neben an sind 3 Stände in denen je ein im ganzen gegrilltes Schwein auf dem Tisch liegt. Eins hat Chillischoten in den Ohren und dem Mund. Es scheint fast verschmitzt zu lächeln. Click Click, Click… der Finger tut schon weh. Auch guten Käse gibt es! Etwas sauer und recht jung, aber mit leckerem Eigengeschmack. Einige Stände haben große Schüsseln mit Schnecken. Zu der Tüte zu 50ct gibt es eine große Limette und etwas Sauce. Schon kann man die rohen kleinen teile snacken. An der Cote azure für 50 Euro zu haben ;-) Neben dem ganzen tollen frischen Gemüse und den hochgetürmten Gewürzen werden viele Stoffe, Kleidung und Kunsthandwerk angeboten. Und alles voll mit den schönen Ecuadorianern: Die Männer in weißen 3/4 Hosen und Hut. Das Haar lang und glatt. Die Frauen tragen auch Hüte. Entweder a´la Robin Hood, teils mit Feder, teils weiße aus Filz, eher flach mit kleinem Rand. Die Schuhe sehen aus wie abgespeckte Espandrillos. Um die Hüften tragen die Frauen dünne glatte seidig aussehende Stoffbahnen. Um die Schultern einen Poncho. Wenn kein Hut getragen wird haben sie sich auf spezielle weise eine Art gefalteten Schal auf den Kopf gelegt. Ware wird mit einem Tuch auf dem Rücken getragen wenn dort nicht schon ein Kind drin liegt (natürlich auch mit kleinem Flauscheponcho an). Teils sehen wir auch einen anderen Trachtenstil, der uns später noch vermehrt begegnet: Weiße Wollsocken, Faltenrock über dem Knie, Hut, grelle Decke um die Schulter. Sehr hübsch. Als Steffi eine längere Runde durch die Ponchowelt dreht nehme ich neben einem älteren Herrn platz. Er verkauft die weißen bestickten Blusen der Frauen und packt im Regen gerade etwas zusammen. Wir kommen ins Gespräch. Ich möchte wissen, ob diese rein weiße Kleidung der Männer nicht unpraktisch ist, da sie so schnell schmutzig wird. Einfache Frage, die ein Gringo einfach wissen muss. Nein, sagt er. Auf dem Feld tragen sie dunklere Hosen, aber zu Hause und auf der Strasse gehe das mit dem weiß schon. Viele der jungen Männer würden jetzt lieber „normale“ Sachen tragen, aber die jungen Mädchen tragen weiter sehr viel Tracht. Genau so ist es uns auch schon aufgefallen. Sieht auch wirklich sexy aus, im Gegensatz zu den weißen 3/4 Hosen :-) Wir kaufen ein: Eine große Alpakadecke für Grenny, einen super flauschigen Alpakapulli für Steffi, Alpaka Schals, und natürlich einen feinen Poncho.

Nach dem großen Hauptmarkt ziehen wir zu dem Viehmarkt. Die großen Ställe in denen sonst die Kühe, Schweine etc. stehen sind schon abverkauft. Übrig bleibt Gehege mit Kleintieren, natürlich inklusive Meerschweinchen. Auf dem weg haben wir noch eine große zweistöckige Markthalle gesehen. Zielsicher gehen wir hinein. Hier werden berge an frischen Gemüse/Obst/Blumen und Kräutern verkauft. Hier scheint eher der Verkauf in großem Stil stattzufinden. Einen „Foodcourt“ gibt es auch. Wir probieren das typische „Ceviche“ was hier auch mit Huhn, Bananenchips, Maiskörnern, Bohnen und Popcorn gemacht wird. Lecker! Dann gibt es nochmal was aus einer großen Pfanne: Gemüsewurst, eingekochtes, Bohnen etc. Lecker. Cuy (Meerschwein) finden wir heute nicht. Ist eher ein Wochenendding erfahren wir. Dann kaufen wir noch etwas ein. Ein armdickes Bündel Zitronengrass (25ct) um damit den Tee von Gelemir nachzumachen ist nur eine der vielen Sachen die wir kaufen. Dann geht es zurück zur Finca Summerwind. Unser bestelltes Brot ist fertig gebacken und wir müssen uns zurückhalten es nicht auf einmal aufzuessen so gut ist es.

Der restliche Tag ist ruhig. Wir müssen verarbeiten, denn wir haben so viele tolle und schöne Menschen gesehen. Wir hatten wieder einmal Einblick in eine ganz andere Welt. Eine die ohne uns auskommt und das ist auch gut so. Von Papi erfahren wir, dass sich ausser der Pflasterung auf dem Markt nichts geändert hat. Das glauben wir gerne.

07.05.17 Planungssonntag auf Summerwind

So ein Frühstück wie heute wünscht man sich immer: Frische Blaubeeren und Erdbeeren mit etwas Müsli. Mhmm. Wir planen unser weiteres Vorgehen in Ecuador, relaxen nochmal mit dem guten Netz, unterhalten uns mit den beiden netten Jungs aus Stuttgart und mit Travis. Den kenne ich schon eine weile von FB und IG. Er kitet auch und baut gerade einen Kaffeeverkauf auf. Stundenlang unterhalten wir uns über unsere Vans. Gute Bekanntschaft! Abends kommen noch zwei sehr liebe Engländer (one more adventure before dementia steht auf dem Heck ihres iveco 4x4). Wir tauschen Währungen, Simkarten und Geschichten, denn sie fahren nach Norden. Schön wenn man solche Menschen trifft.
Auch Claudia treffen wir die mit ihrem tollen Toyota Jeep unterwegs ist (www.wildjourney.de <http://www.wildjourney.de/>;). Sie vermietet Wohnungen auf Norderney(?) und bekommt jedes Jahr auf ihrer Reise besuch von ihrer Mamma (die doch sicher schon 80 sein muss??) Cool!

08.05.17 Äquator (nahe Cayambe)

Der Aufbruch verzögert sich. Wir unterhalten uns noch so gut mit den neuen bekannten. Auch ein paar gute Galapagostipps können wir noch abstauben. Dann fahren wir Richtung Süden weiter. Wir kaufen in dem großen Supermaxi nochmal gut ein. Es gibt wirklich ALLES! Dann zählen wir auf dem Navi die Grad herunter. Als die große Null vorne steht sind wird da: „Mitad del Mundo“. Absichtlich sind wir zum weniger touristischen, dafür korrekten Ort gefahren. Der Parkplatz ist leer, wir gehen zu der großen orangenen Säule auf dem runden Steinplatz. Für 2$ Eintritt bekommen wir von einem jungen Mitarbeiter alles erklärt was wir wissen müssen. Dann Fotoshooting! Mit Grenny natürlich auch. Spannendes Gefühl an diesem Ort zu stehen. Unsere Reise schreitet voran und unser Blick auf die Welt, die Zeit und uns verändert sich weiterhin täglich. Jedes neue Land bewerten und beschauen wir neu und mit Interesse. Dennoch freuen wir uns natürlich auch auf zu Hause. Jetzt ist aber erstmal noch 1/3 der Reise übrig. Gefühlt noch SEHR viel. Nach dem alle möglichen Äquatorbilder gemacht sind fahren wir zur naheliegenden Therme (San Luis de Guachala). Eine Treppe führt hinunter. Es spielt Musik. Den rauschenden Fluss in der Schlucht sehen wir schon. Dann kommt auch das Türkise Schwimmbecken zum Vorschein. Erstmal: Badekappe leihen, dann Klamotten in eine Kiste und aufs Regal. Dann ab ins Wasser. Das große Becken ist Lauwarm. Das kleine ist schon interessanter: Knallheißes Wasser und 2,30m tief mit natürlichem Steinboden. Wir sitzen lange im warmen Wasser. Draussen ist es kühl (ist ja auch wieder hoch). Wir beobachten das Treiben der wenigen Lokals. Sie lächelt freundlich und begrüßen uns. Dann wird langsam Zeit zum aufräumen. Das große Becken wird abgelassen?! Naja, ohne Chlor müssen sie wohl jeden Tag wechseln :-) Auf dem Parkplatz stehen wir über der Schlucht und haben es schön einsam. Die „Chefin“ unterhält sich noch mit uns und erzählt von anderen Overlandern die hier geparkt haben. Grenny findet sie natürlich total süß. Neue spanisch Vokabel: Plumon (Füllung für Stofftiere, so wie Steffis Eule zum Beispiel). Weiterhin erfahren wir, dass in Ecuador Kinder nur dann zu Hause unterrichtet werden dürfen wenn die Versetzung gefährdet ist :-) Wir machen gedämpftes Gemüse, da wir so vieles tolles frisches haben. Yucca, Brokoli, grüner Spargel. Einfach so, ganz frisch. Dazu ein „Latitude zero“ Bier. Mhmm…

09.05.17 Quito

Die Hauptstadt ist dran. Die Höchste Hauptstadt der Welt (2800m ca.). Früh am morgen fahren wir los und der Verkehr geht. Wir parken am Colegio Militar. Für 8$ können wir hier 24h parken. Wir werden auf den langzeit Parkplatz gewiesen und stehen sehr ruhig an einem Basketballplatz und einer großen Wiese. Sogar Toiletten und eine Dusche gibt es. (Wohl teil der Sportanlage der Soldaten?!) Es nieselt etwas. Auf geht´s zur Stadterkundung. Wir gehen zu Fuß Richtung Altstadt. So kommen wir am Plaza Foch vorbei an dem wir abends noch sehr net sitzen werden. Im Parque El Ejido sind einige Stände aufgebaut. Wir durchlaufen den großen grünen Park und stehen als nächstes vor der Basilica del Voto Nationnal. Einem riesigen neogothischen Bauwerk auf einem Hügel. Innen ist alles recht dezent gehalten und beeindruckt einfach durch die schiere Größe. Wir bekommen ein schönes Foto, auf dem es so aus sieht als hätte wir die Kirche für uns. Einer Demo der indigenen „Tsáchila“ begegnen wir noch. Sie sind ein präinkaisches (!) Volk aus der Region Santo Domingo de los Colorados und offensichtlich unzufrieden mit der Regierung. Dann geht es den Hügel wider hinunter durch eine kleine Strasse. In der Ferne sehen wir schon das „Panecillo“ (Brötchen; Hausberg) mit der großen Statue. Die Altstadt (größte koloniale Altstadt Lateinamerikas) rollen wir, zeitgeschichtlich korrekt, vor hinten auf. Die Strasse La Ronda war wo alles begann. Dank der Infrastruktur Revolution 2007 ist sie herrlich renoviert. Heute verkaufen ortsansässige Künstler und Restaurants hier ihre Waren. Vor vielen tausend Jahren waren hier die ersten Siedlungen. Das Mueso del Ciudad erklärt es nochmal ganz genau. Dann sitzen wir auf der Dachterasse des Lena Quitena. Hier werden traditionelle Gerichte etwas „schicker“ zubereitet. So versuche ich nochmal Chicha (deutlich besser als beim letzten mal) und es gibt Cuy. Der kleine Nager schmeckt wirklich herrlich. Der Avocado-Coleslawsalat dazu wird gleich noch einmal bestellt. Auf dem Rückweg reihen wir uns in die Menschen ein die von der Arbeit kommen. Viele Händler bieten kleine Snacks am Strassenrand. Bei den Wachteleiern (10ct/Stück) können wir nicht nein sagen. Dann lassen wir den Tag mal mit einer kleinen Feier ausklingen: Erst probieren wir im „Quito Pub Beer“ die leckeren Craftbiere mit lustigen Namen wie „Red Lama Ale“ und „Turtle Pale Ale“. Zuletzt besingen wir das Leben in einer fast leeren Karaokebar. Um kurz vor 22 Uhr sind wir zurück in Grenny, denn dann schließt der Parkplatz für die Nacht.

10.05.17 Cotopaxi

Schwere Köpfe brauchen kühle Luft, also auf zum Cotopaxi, dem höchsten aktiven Vulkan der Welt. Auf seiner 6000m hohen Spitze liegt das ewige Eis. Darunter brodelt die Lava. Wir tragen uns ein und fahren hinauf. Der Ranger empfiehlt uns mit Grenny lieber beim Camp zu parken und die restlichen 14km zu trampen, da er unser Auto gesehen hätte. Das lassen wir nicht auf uns sitzen und fahren zielstrebig an dem Camp vorbei immer weiter hinauf. Die Baumgrenze ist schnell hinter uns und uns umgibt eine unwirkliche steppenartige Landschaft. Die Strasse wird langsam ausgewaschen und SEHR steil. Auf 4300m müssen wir Grenny Parken. Es verbleiben noch 1,6km Serpentinen und 200Hm bis zum Parkplatz und dem eigentlichen Ausgang der Wanderung zum ersten „Basecamp“. Das liegt dann auf 4900m. Dick eingepackt stapfen wir hinauf. Es regnet und ist eisekalt. Die 2 Autos die vorbeikommen wollen nicht halten, da sie entweder voll sind oder sich nicht trauen zu halten. So kämpfen wir uns weiter durch die dünne Luft. Nach 2 Stunden haben wir es auf die 4900Hm geschafft. Die Hälfte des Weges verlief in Schneetreiben. Wer hätte gedacht, dass wir so bald schon wieder im tiefen Schnee stehen. Mit letzter Kraft schaffen wir es in der Hütte Kokatee, Kakao, Käse und Sandwich zu bestellen. Dann geht es hinab durch die weiche Vulkanerde. Der Berg liegt tief in den Wolken, aber der Blick auf das Tal ist atemberaubend. Überall wachsen „kleine“ Gipfel aus der Erde und sind teils grün bedeckt, teils mit Schneehaube. In der tiefe auf einer der Serpentinen sehen wir Grenny. Lokals wollen spontan Gruppenfotos mit uns machen. Denken sie vielleicht, dass wir aus dem Dorf hochgelaufen sind? :-)

Auf dem Weg hinunter sehen wir noch einen besonderen Vogel: Den Streifenkarakara (Curiquinge) der heilige Vogel der Inkas. Er ist recht Flugfaul und läuft lieber über den Buden und dreht Steine um um unter ihnen nach Insekten zu schauen. Und genau das macht er für uns. Auf eine unglaublich komische art spechtet er immer wieder unter größere Steine, die er mit eine Kralle zur Seite kippt. Wir giggeln und knipsen vor uns hin.

Wir sind total KO und fahren zum Camp. Hier stehen einige Kiefern auf dem sonst steppingen Land. Alles ist wolkig und feucht. Raue Landschaft auf 3900m. Ein Feuer ist nicht zum laufen zu bekommen. Alles zu nass. Wir kuscheln uns ein bei Tee und Suppe. Es hat zwischen 5-7 Grad. Am Abend/in der Nacht setzt dann die Höhenkrankheit ein: Kopfschmerzen vom feinsten! Naja, wir sind ja auch ohne richtige Akklimatisierung einen sehr harten Weg gegangen… kein Wunder. Am Morgen fahren wir noch vor dem Frühstück ab auf 3300m. Kopfweh weg. Wir brauchen dringend Kokatee auf Vorrat, denn den hatten wir nicht da. Aber die letzten Tage tausend Händler die ihn anboten abgewiesen. Selber schuld!

11.05.17 Laguna Quiolotoa

Nach der harten nacht in der Höhe mit Kopfweh, komischen Träumen und wenig Luft fahren wir heute zur Laguna Quilotoa. Allein die Fahrt ist schon den Weg wert. Die Strasse schlängelt sich durch ein Hochtal nach dem Anderen. Am Strassenrand Männer und Frauen in Tracht (hier jetzt die Variante mit den weißen Strümpfen und dem roten Cape. Weiterhin Hut). Schweine (schwarz und flauschig), Esel, Alpakas(!!!) säumen den Strassenrand. Die Menschen arbeiten mit der Hacke auf den steilen Feldern. Die Berge (alle über 4000m) sind wie ein Fleckenteppich überzogen mit Feldern. Im Tal tiefe ausgespülte Canyons. Mehrere Schlammlavinen auf der Strasse. manche größeren gerade erst geräumt. Glück gehabt.

Angekommen in dem kleinen Dorf mit 10 Häusern auf 3800m bietet sich uns eine wahnsinnige Aussicht auf den Bergsee. Umgeben von einer geschlossenen schroffen und Steilen Bergkette (bis 4000m) liegt er da. Türkies. Die Wolken fließen über die umliegenden Gipfel. Kalt ist es. Um 12 Uhr treten wir die 12km lange Wanderung an und schaffen sie in 4h, was noch unter der angesagten Zeit liegt. Aber nur knapp, denn diese Wanderung setzt da an wo wir gestern aufgehört haben. Am Anfang geht der schmale Pfad noch leicht voran. Immer auf dem Grad arbeiten wir uns um den See. Kleine Bereiche haben die Bauern abgezäunt und die drin enthaltenen Schaafe blöken fröhlich. Ein Hund mit einem kleinen Unterstand gehört auch immer mit dazu. Wir sehen eine Frau in Tracht wie sie die Schafe über die Steilen Wiesen treibt… nicht auf dem Weg wie wir, in kleinen Schühchen… und ohne so zu schnaufen wie wir. Weitere „Bergbewohner“ mit bunten decken sind teils auf den Klippen sitzend zu sehen. Schaut man einmal weg sind sie verschwunden und tauchen erst wieder auf als wir vorbei sind. Sonst treffen wir niemanden. Nur die Alpakas und die segelnden Vögel sind unsere Begleiter auf unserem Weg hinauf und hinab am See entlang. Einmal sehen wir eine Frau die Blaubeeren pflückt. Sie steht an einem teil des Hangs, den wir nur mit Kletterausrüstung betreten würden. Ihre Nase berührt fast die Wand vor ihr… für sie aber alles normal. Sie winkt freundlich. Wir denken an unsere Blaubeeren für 1$/Kilo. Teils kraxelnd, keuchen wir auf 4000m um den See. Manchmal stehen wir in den Wolken und sehen den Abgrund (zum Glück) nicht, mal reisst es auf. Ein wunderschönes Wandererlebnis!! Die letzten 2h werden hart. Wir sind fertig, es regnet in strömen - und noch zwei mal müssen wir hinauf über einen Gipfel bis wir wieder im Dorf stehen. Wir öffnen die erstbeste Tür eines Restaurants. das Dorf ist ausgestorben. Die Familie sitzt vor dem wärmenden Ofen. Sie bringen uns Tee und Kakao. Wir wollen wo anders etwas essen und vielleicht heiß duschen. Fehlanzeige. So ziehen wir uns in Grenny trockene Sachen an und versuchen es zumindest mit dem Essen. Erst ab 7 gibt es etwas, die anderen Restaurants sind ausgestorben. Jede Tür die wir öffnen zeigt nur eine Gruppe von sich wärmenden Bewohner am Ofen. naja, wir wollten es Einsam, da haben wir es. Wir kaufen etwas Kokatee für die Nacht und kuscheln uns in Grenny. Asianudel ist auch gut. Der nasse Haufen Klamotten unter dem Lenkrad macht uns sorgen. Wie sollen wir das bloß trocknen. Naja, wenigstens haben wir es geschafft Grenny halbwegs trocken und sauber zu halten. Der Teekessel läuft auf Hochtouren. Viel trinken ist wichtig in der Höhe. Wir gucken einen Film und schlafen bald ein. Wir parken übrigens auf dem „Marktplatz“. Wir schlafen zwar der Höhe geschuldet unruhig, aber haben kaum Kopfweh.

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12.05.17: Bilderupdate

Wir waren schwer zu erreichen, weil wir wenig Netz und noch weniger Sauerstoff hatten. Sind die letzten Tage auf 4-5000m herumgekrabbelt und freuen uns heute mal auf eine Nacht ohne Kopfschmerzen, Kokatee und poppende Alpakas. Was wir so am Cotopaxi und der Laguna Quilotoa erlebt haben werden wir berichten. Jetzt sind wir in Baños und haben den Tag in der Therme gelegen... war nötig!

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Eingestellt von Kojensen 17:45 Kommentare (1)

26.04-05.05.17 Bogota bis Ecuador

26.04.17 Bogota nach Ibague

Heute ist einiges geplant und wir brechen früh von Billys Parkplatz auf, nachdem er kurz mal einen Schulbus aus dem Weg parkt. Erstes Ziel: Metro. Ja so ein Metro wie zu Hause… zumindest ein großer Supermarkt soll es sein. Wir quälen uns durch den Frühverkehr, freuen uns aber wieder mit Grenny unterwegs zu sein. Der Supermarkt hat alles was das Herz begehrt und wir stocken Grenny wieder gut auf. Danach wieder ins Mechanikerviertel, denn wir wollen unseren bestellten Luftfilter abholen. LANGES stop und go durch Bogotas verstopfte Strassen, aber wir bekommen eine kleine Stadtrundfahrt durch einige Viertel in denen wir noch nicht waren. Im Süden stehen die Nutten am Strassenrand und arme Schlucker schleifen große Berge Plastik/Pappe/Glas hinter sich her um es bei einer Recyclingstelle abzugeben. Wir beobachten. Der Luftfilter ist da, aber ist nicht ganz der richtige. Die findigen Herrschaften messen kurz nach und verschwinden dann 30 Minuten. Sie kommen wieder mit einem gekürzten Model. Das Gummiende haben sie wieder perfekt angeschmolzen. Endlich geht es also los Rchtung Ibague. Wir kennen die Strecke über die Anden schon und es graust uns etwas. Grenny ist aber nun deutlich leichter (3. Batterie weg, Fahrräder weg, keine Kati, kein Josi). Das Wetter ist gut und wir kommen entspannter durch die Berge als auf der Hinfahrt. Am Abend stehen wir vor einem Gatter in der Pampa um Ibague herum. Wir sind matschige Schotterstrasse gefahren und ein paar Bauern haben uns ein Stacheldrahtgitter geöffnet. Nur das letzte Gitter will niemand öffnen. Camillos Campingplatz hat nur am WE wirklich geöffnet. Wir hatten ihn von unterwegs angerufen aber noch ist niemand da. Ich stehe zwischen den Kühen auf dem nächsten Hügel in der Abenddämmerung auf der Suche nach Handyempfang. Letztendlich klappt ein Whatsappkontakt und Camillo kommt. Er ist wirklich ein herzensguter Mensch. Nur für uns ist er aus der Stadt gekommen und öffnet seinen kleinen Platz in den Bergen um Ibague. Der Blick ist atemberaubend, besonders bei Sonnenuntergang. Er führt uns herum und verabschiedet sich. Morgen kommt er wieder. Nur mit den drei riesigen Hunden, die sich sofort zu unseren Wachhunden berufen fühlen, sitzen wir in den Bergen und erholen uns von dem Tag. Lustig ist, dass ein teil von Camillos Familie in Düsseldorf wohnt :-)

27.04.17 Ibague zum Lago Calima

Wir verabschieden uns herzlich von Camillo und seinem Vater. Er hätte uns gerne noch eine Weile beherbert und auch wir wären gerne länger geblieben. Als wir schon auf dem Weg sind schreibt er uns nochmal „Aqui un amigo mas…“. Wieder ein Ort zum wiederkommen. Wieder auf die Strasse. Wieder die vielen kleinen Verpflegungsrestaurants am Wegesrand, die „Truckwaschstationen“, Männer und Frauen die an unserem Fenster Snacks und Kaffee anbieten wenn wir an einer Baustelle oder einer Mautstation halten und wieder diese Atemberaubenden Blicke. Wir kämpfen uns hinter den Trucks durch die Berge und fahren nach 5 Stunden auf die Strasse auf die den Lago Calima (nache Cali) umrundet. Auf 1500m liegt der See und hat angeblich immer Wind. Bei der Calima Kiteschool halten wir. Wir können ganz am Ende der großen Wiese auf einer Betonplattform parken und haben so etwas unsere ruhe. Die Wiese liegt ca 3m oberhalb der Wasseroberfläche. Eine Rampe ist der einzige Zugang zum Wasser… und der einzige Ausstieg. Coole Musik spielt über einen Lautsprecher und ein ganzer Wald aus Kites liegt herum. Es ist langes Wochenende und, so erfahren wir schnell, es findet die kolumbianische Kitemeisterschaft statt. Und die Windsurfmeisterschaft. Und die Südamerikanische Schwimmmeisterschaft. Kiten gehen wir heute nicht mehr, der Wind flaut langsam ab. Aber die Leute lernen wir schonmal kennen: Zum einen Eto, Inhaber einer Kiteschule in Cabo de la vela und Nordlicht. Dann einen netten Herren aus Bogota mit Frau. Er spricht deutsch, war schon in Hamburg segeln und kommt mit einer kleinen Division Kiter von seinem Segelclub. Eto ist mit seinen Kitelehrern (alles Locals) angereist und erhofft sich viel von der Meisterschaft. Was man wissen muss, ist, dass die ganzen Fahrer von Eto kein eigenes Material haben. Das Zeug von seiner Kiteschule ist zu klein weil an der Küste keiner große Schirme braucht. So haben sie viel Zeit damit verbracht sich Material zusammen zu leihen. Ein wirklich guter Zweck, so ein junges Event zu unterstützen. Fernab von Großveranstaltungen wie in Skt. Peter-Ording etc. Keine Sponsoren etc. Wir Sponsoren unserern 14er, der aber 4 neue Ventile braucht. Die Jungs machen den Kite wieder fit und dürfen ihn dafür ausleihen. Guter Deal für alle. :-)

Weitere gute Seelen auf dem Platz: Alf und Sol aus Argentinien. Sie sind insgesamt 2 Jahre unterwegs und gerade auf dem Weg „nach Hause“. Sie bemalen Schirmmützen immer mit aktuellen Motiven. Hier natürlich der See, Kiter etc. Wir bestellen sofort zwei, denn sie sind nicht nur toll gemalt, sondern auch super authentisch. Wer hat schon ein Bild von dem Spot auf seiner Mütze?! Durch die Meisterschaft sind sie ganz schön am rödeln. Jeder will natürlich eine Kappe :-)

28.04.17 - 02.05.17 Lago Calima, Kiten!

Die Tage am See sind großartig. Immer ab 12 Uhr kommt starker Wind und hält bis 17 Uhr. Etwas böhig, und unter Land quasi windstill aber sonst der hammer. Die Kites müssen durch die Inhaber gestartet werden und zum Wasser gelaufen werden. Anfangs sind wir skeptisch, dann sehen wir warum. Der Wind an land ist so tückisch, dass die Schirme ständig gen Boden Fallen auf dem Weg zum Wasser. Ist man mal auf dem Wasser ist der Wind genial. Auf dem Weg zurück muss man wieder einiges beachten. Da unter Land kein Wind ist heizt man also wie irre auf das Land (und die 3m hohe Mauer) zu. Der Schirm stürzt dann automatisch über der Wiese und wir (hoffentlich) gefangen. Teils braucht man viele Anläufe bis es klappt und muss zwischendurch immer wider sich die Höhe erkämpfen. Anstrengend wenn man schon 2h bei Hack hinter sich hat. Das hier das Motorboot zum Einsatz kommt ist klar. Wenn der Wind einschläft gibt es keinen anderen ausstieg. Aber alles ist super organisiert und wir haben riesigen Spaß bei dem starken Wind uns zu probieren, tricks zu machen, zu springen und wieder mal: dazu zu lernen :-) An Land ist immer ein bisschen Partystimmung und die Playlist ist wunderbar, so dass die Beschallung gar nicht stört. Nach den ersten Tagen sind wir durch dass raue Wetter so verspannt, dass wieder altbekannte Probleme einsetzten: Blos nicht lachen/nießen, die komm ich aus dem Bett, wie leg ich mich hin? Der gute Standplatz lassen uns auch einige kleine Arbeiten erledigen: Kocher und Batteriebett entrosten und neu Streichen, Grenny ausräumen und putzen, Bindung reparieren. Natürlich bleibt auch Zeit für Lesen, Jonglieren mit den neuen Keulen (klappt ganz gut) und Entspannung. Die Schwimmer und die Windsurfer machen den Anfang am Freitag und Samstag. Steffi nimmt fast bei den Surfern teil… sie kitet aus Interesse so nah an das Regattafeld, dass sie mit einem lauten Pfiff auf Kurs gebracht wird :-) Dann sind ie Kiter dran. Die jungen Irren aus Cabo sind natürlich Profis. Uns bleibt der Mund offen stehen wenn sie mal eben zeigen was sie können. In vielen rennen können sie vordere Plätze erlangen und wir fiebern mit auch bei strömendem Regen. Auch der 14er kommt zum Einsatz. Irre was die für einen Speed fahren. Riesige Bretter drücken sie bei Hack so ins Wasser, dass wir nur erstaunt an land stehen. naja, sie machen das ja auch jeden Tag!

Beeindruckendes Naturschauspiel auf dem See: Die Wolken fließen in riesigen Massen über die umliegenden Berge auf den See.

Am Abfahrtstag „verkaufen“ wir noch unser Aufblaskajak an die Kiteschule. Sie erlassen uns 40€ Übernachtungs/Rescuekosten. Eigentlich der Neupreis des Kajaks… Guter Deal und wir sind wieder leichter.

02.05.17 Lago Calima bis Popayan (Ecoparque)

Kurzer Fahrtag mit schöner Strecke. nach 6,5h sind wir vor Popayan. Ein Feldweg bringt uns zu diesem gern gewählten Stop. Mit blick in das umliegende Tal stehen wir auf einer Wiese um eine kleine Überdachte Sitzecke herum. Auch hier parken tun Gary & Joan. Ein ca. 70 Jahre altes paar aus Neuseeland. Ihren aktuellen Toyota mit kleine Campingkapsel haben sie in Namibia gekauft. Sie waren schon ÜBERALL (Indien, Pakistan, Panamericana, Asien etc etc.) und erzählen mit herrlichem Understatement von ihren Erlebnissen. Wir unterhalten uns sehr gut. Auch vor Ort ist eine französische Familie (die treffen wir viel wegen der nicht vorhandenen Schulpflicht und des guten Elearning Angeboots) mit 2 Kindern. Wir fahren nach Popayan auf der suche nach einer Reinigung. Wir MÜSSEN waschen. Die Amazonasklamotten sind immer noch dreckig. Die 6km brauchen eine Ewigkeit, da die Stadtplaner Ampeln und Kreisverkehre so gebaut haben, dass mit möglichst wenig Autos möglichst viel Stau entsteht. Dafür sehen wir einen vollgepackten LKW mit Kühlschrank, Möbeln, Waschmaschine (wohl ein Umzug) und einem SCHAF. „Kommt Emma wir ziehen nach Bogota…Määähh“. Die Reinigung kann die Wäsche bis zum nächsten Morgen reinigen. Zurück am Campingplatz backen wir etwas Brot, kochen Tee, machen Rotkohlsalat und gucken dem Regenwetter zu.

03.05.17 Popayan bis Ipiales/Las Lajas

Herzlich verabschieden wir uns von Joan & Gary. Wieder einmal hat das Reisen uns zwei wahnsinnig liebe und tolle Menschen gebracht mit denen wir am liebsten jede Woche einmal ein Glas Wein trinken würden. So ist das aber auch mit dem Reisen: Ständig muss man „Goodbye“ sagen. 7 Stunden Fahrt liegen vor uns, aber wenigstens hauptsächlich eben. Bestes Wetter, tolle Landschaften. Steffi macht Sandwiches auf dem Beifahrersitz, ein Pferd steht mitten auf der einsamen Strasse. 300m hoch, grüne 4-5000er umgeben uns. Ein toller Fahrtag. Abends sind wir in Las Lajas. Hier steht eine tolle Kirche die wir am nächsten morgen besichtigen wollen. Unser eigentlich eingeplanter Parkplatz vor der Seilbahn ist verschlossen. So stehen wir auf einer großen Wiese über der Stadt und Überraschung: andere Overlander. Zum einen treffen wir auf „Casa Roulante“. Die beiden Franzosen haben uns schon mal in Mexico gesehen und wir sie, aber wir haben uns noch nicht kennengelernt. Dann kommen auch noch Alf und Sol. Letzter im Bunde ist ein kleiner PKW mit einem Argentinier, der nach Alaska will. Wir sind KO vom Fahrtag und es ist mieses Wetter. Wir kuscheln uns ein.

04.05.17 Las Lajas und Grenze Ecuador, Fahrt bis Summerwind bei Ibarra

Grenztage sind nie schön und dieser beginnt mit strömendem Regen. Ein dampfender Kaffee und ein paar Löffel mit Müsli, dann krabbeln wir vor auf die Fahrersitze, da wir nicht raus wollen. Wir fahren neben Sol und Alf um uns zu verabschieden. Unten im Dorf parken wir. Ein alter Opi in Poncho und Hut sagt uns, dass man nicht NOCH näher an der Kirche parken kann und dass das Wetter ganz normal für hier ist. Bergvolk! In Regenklamotten laufen wir zur Kirche. Vorteil: Fast niemand da. Fotos von dem Prachtbau ohne Menschen davor gibt es sonst nicht. Die Geschichte ist wieso oft: Marienerscheinung = Kirche bauen. Hier baute man sie auf 3000m über einen reissenden Fluss. Der Kirchvorplatz ist gleichzeitig eine Brücke und in den Bögen der Brücke verbergen sich weitere Kirchenschiffe und eine Beichtkapelle. Des weiteren ist die Kirche grau/weiß gestreift. Atemberaubend! Die Rückwand des Gotteshauses ist nur der natürliche Fels, alles ist mit bunten LEDs sehr stimmungsvoll ausgeleuchtet. In den offenen Ständen des sonst vollen Ausflugsziels sitzen kleine Omis in traditionellem Dress, Poncho, schwarzem Filzhut und löffeln Suppe/Fisch/Maiskolben. Sehr schöner Ort. Eine Kerze noch anzünden und dann zur nur 10km entfernten Grenze. Am Ende ist es eine der einfacheren Grenzen, aber wir haben auch schon fast alles gesehen mittlerweile. Wir sind froh, dass alles digital läuft, keine Kopien, keine Kosten. Etwas längeres Anstehen im Regen ist das einzige „Problem“. Ein netter Goldschmied aus Quito ist unterwegs nach Cali. Partywoche. Er hat 2000USD eingetauscht…. für 4 Tage. Frau und Kinder sind zu Hause. Na dann mal viel Spaß! Er gibt uns seine Karte. Den sollten wir besuchen ;-)

Nachdem die Zollangestellte sich durch dass eintippen einer deutschen Adresse gequält hat und die Fotos vom Auto gemacht sind bekommen wir alle Papiere und können fahren. Hallo Equador. Land Nummer 12 auf dieser Reise. Bereits in den ersten Kilometern bekommen wir immer ein spezielles Gefühl je nach Land. Ist es dreckiger, sauberer, lächeln, die Menschen, wie sind die Strassen und die Autos? Ecuador ist eine Überraschung. Tolle Strassen, nette Menschen, offensichtlich gut funktionierende Infrastrucktur. Die Berge auf 3000m sind mit Feldern überzogen (anders als in Kolumbien). Die Strassen sind klasse! Wir sehen zum ersten mal „Cuy“ (Meerschweinschen) im Angebot. Einmal sogar wie beim Hähnchengrill in einem rotierenden Bräter. Wir wollen welches, aber als wir zum Mittagessen anhalten gibt es keins. So essen wir in einem kleinen Restaurant entlang der Route. Menu del Dia mit Suppe für 2$. Steffi bekommt Hühnerfrikassee, ich ein Steak. Beste Avocados der ganzen Reise. Wir bekommen 3 vom Restaurant geschenkt als wir welche abkaufen wollen. Als wir bei Wikitravel über die Trinkwasserqualität lesen und noch gedankenverloren an dem Salat kauen und die hausgemachte Limo trinken entspannen wir merklich. Ecuador wird gut! Das haben wir im Gefühl!. Satt, auch ohne Cuy, fahren wir weiter auf höhe der Baumgrenze. Tolle Bergwelt, Wasserfälle, Brücken, staunen! Dann umfahren wir den kleinen See Yahuarcocha und halten bei der FInca Summerwind. Wieder so eine Empfehlung an der man halten muss. Besonders wohl als deutscher. Wie schon die Finca in Costa Rica istauch hier so ein Treffpunkt. Joan und Gary hatten geschwärmt und so sind auch wir hier. Wir werden nett empfangen und stehen unter einem Bambusstrauch. 4 andere deutsche Fahrzeuge sind da. Große Overlandtrucks. Manche schon länger aus unterschiedlichen Gründen. Wie immer finden sich Abends die Fahrer der kleinen Fahrzeuge: Ein holländisches Pärchen bestehend aus Nils und Nykka mit Pickup truck. Wir unterhalten uns gut. Abends wird es sehr deutsch: Es sollen Würstchen gegrillt werden und eine Folge „Die Camper“ steht auf dem Programm. Irgendwie fanden wir die Serie in unserer Jugend lustiger, aber dieses sehr deutsche Erlebnis hat was. Zumindest einmal :-) Das WIFI ist super und wir fühlen uns wohl.

05.05.17 Finca Summerwind, Ecuador. Enspannungstag

Mal gutes Netz zu haben und das an dem Ort an dem man steht ist selten. Wir telefonieren ausgiebig, gucken mal ein paar Sachen auf Youtube an die schon lange warten. Bei regen kuscheln wir uns ein, Steffi guckt was man sonst nochs o in Ecuador machen kann :-) Die gewaschene Wäsche bekommt bei dauerregen einen zweiten Waschgang auf der Wäscheleine. Morgen steht Otavalo an.

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6.5.17: Otavalo Markt

Auch ein Tag den wir erstmal verarbeiten müssen. Hier ein paar Eindrücke. Bericht folgt.

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04.05.17: Ecuador Tag 1

Heute (4.5.17) haben wir erst noch diese tolle Kirche in Las Lachas angeguckt und sind dann entspannt über die Grenze nach Ecuador. Jetzt heißt es also: Meerschweinchen essen, Galapagos angucken und dann mal sehen :-)

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4.5.17: Bilder Lago Calima

hier ein paar Bilder von unserer Zeit am Lago Calima. Jeden Tag Hack :-)

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17.04.17 - 25.04.17 Einmal Amazonas und zurück

Am schönen Kitespot „Lago Calima“ hatte ich Zeit alles einmal zu Papier zu bringen… Viel Spaß beim Lesen

17.04.17 Bogota - Cafehopping

Ein langsamer Tag in Bogota. Am Mittag hat endlich das Cafe auf in das wir schon die ganze Zeit wollen. Wir sitzen zwischen vielen Alten Möbeln und schreiben und lesen. Danach erkunden wir den Stadtteil Calandaria noch tiefer. Eine kleine Seitenstrasse ist gefüllt mit Studenten, Cafes, Bars und alternativen Läden. Alte Männer verkaufen Kokablätter (so hoch ist es doch noch gar nicht). Dann gehen wir in in das „La Totuma“ um ein bisschen Sushi zu essen. Luxustag. Wir sitzen im zweiten Stock am Fenster und das sehr einfache und alternative Restaurant schwirrt von Studenten. Am kleinen Fenster gucken wir auf das Strässchen hinab und beobachten die Menschen. An den ganzen kleinen Studentenbars steht „Hay Chicha“. Wir haben Chicha. Chicha ist eine fermentierte Maispampe/Getränk und wir haben sie noch nicht probiert. Also auf in die nächste kleine Bar. Wir bekommen zwei Gläser Gelbgrüner Flüssigkeit. Es riecht genau(!) wir erbrochenes. Leider schmeckt es auch so. Ich lache, Steffi filmt mich mit den zwei (!) Gläsern die ich gekauft habe. Mehr als ein halbes Glas schaffe ich nicht und schenke es einem lachenden Lokal. Später erfahren wir, dass es verschiedene Typen von Chicha gibt und uns sicher andere schmecken würden. In den Dörfern werden die Maiskerne auch von den Frauen noch gekaut und ausgespuckt um die Fermentation einzuleiten (mehr im Amazon Bericht). Unsere Kaffeetour geht weiter und irgendwie muss ja auch der Geschmack von Erbrochenem aus meinem Mund. Ein kleines alternatives Cafe mit Frisör (?) versorgt uns mit Kaffee und kleinen Köstlichkeiten. Dann ist das Cafehopping vorbei und wir verziehen uns in Grenny. Am Abend mache ich noch einen Versorgungsspatziergang. Im Nieselregen und hektischen Gewusel an der großen Hauptstrasse falle ich nun nicht mehr auf. Ich besorge ein paar Arepas an einem kleinen Fahrrad mit Grill. Für Steffi gibt es ein Stück Pizza. Wir sehnen uns sehr nach dem Selbstgekochten und frischen. Das ganze Fastfood macht träge.

18.04.17 Bogota - Werkstatt

Heute ist endlich wieder alles geöffnet und wir können zur Werkstatt fahren. Wir quälen uns einmal quer durch die Stadt bis wir im Werkstattviertel landen. Genauer gesagt ist es das VW Viertel. Eine kleine Werkstatt an der Nächsten, hunderte von Lädchen mit Ersatzteilen. Repariert wird auf dem Gehsteig. Bei „Castivolks“ empfängt man uns freundlich aber etwas reserviert. Die große Roststelle am linken Schweller sei zu groß für die Werkstatt. Die Scheibenwischer und das Klopfen könne man sich anschauen. Ersatzteile für die Stoßdämpfer würde man schon finden. Interessant ist, dass die beiden Mechaniker im Anzug zur Arbeit kommen und sich dann in ihrem kleinen Häusergang, der ihnen als Werkstatt dient, in ihre Blaumänner umziehen. Der ganze Gang ist voller alter Käfer, die top restauriert sind. Viel größere Autos passen hier auch nicht herein. Grenny wird auf den Gehsteig vor dem Laden Manövriert und dann wird erstmal ein Stoßdämpfer ausgebaut mit dem ich auf die Reise geschickt werde. Über den Tag lerne ich das ganze Viertel kennen. Zuerst mit meinen Glühbirnen in der Hand, dann mit Stoßdämpfer und Scheibenwischer, dann mit Luftfilter durchziehe ich die endlosen Gassen. Ich werde freundlich von einem Laden zum nächsten gewiesen, denn der nächste hat ganz bestimmt was ich suche. Manchmal nehmen mit die Mitarbeiter an der Hand und führen mich zum richtigen Laden oder holen was ich brauche. Alle sind sehr freundlich und ruhig. Man mag sich in DE ein Viertel mit 16 jährigen Mechanikerlehrlingen vorstellen. Da wäre der Ton rauer. So bekomme ich meine Glühbirnen, bestelle den Luftfilter für in einer Woche, finde einen Laden der unsere Stoßdämpfer besorgen kann und bekomme neue Scheibenwischer. Castivolks hat inzwischen mehr vertrauen zu Grenny und uns. Letztendlich schweißen sie in Windeseile beide Roststellen und haben den Scheibenwischer repariert. Endlich wieder etwas sehen wenn es regnet. Zum schweissen müssen wir in den engen Gang fahren. Vorher schieben wir die Käfer hinaus. Damit er genug Platz neben Grenny hat müssen wir erst ganz links an die Wand, dann rechts. Dann weiter vor weil es regnet und in der Mitte des Gangs kein Dach ist. :-) Zuletzt ist alles erledigt und alle sind zu frieden. Wir können in dem Werkstattschlauchgang übernachten.

19.04.17 Bogota Werkstatt, Fahrt zum Flughafen

Am Morgen nimmt uns der alte Mechaniker, der wieder in seinem Renault Oldtimer und Anzug zur Arbeit kommt erstmal mit auf einen Kaffee. Waren sie doch am Anfang Skeptisch sind sie jetzt sehr zutraulich. Das ganze Viertel kennt uns mittlerweile auch schon, da wir in vielen Läden Teile gesucht haben. Immer wieder werden wir auf der Strasse angehalten und gefragt ob wir letztendlich dies oder jenes Teil noch gefunden hätten. Sehr angenehm. Dann fahren wir zwei Blocks weiter zu den Jungs die die Stoßdämpfer haben sollen und auch die Spureinstellung machen können. Sie müssen selber erstmal 1 Stunde durch die Stadt fahren haben aber zuletzt 4 Stoßdämpfer für uns. Die Spur wird eingestellt und die verbogenen Felgen werden mit druck und Hitze wieder gerade gebogen. Die Strecke hat Spuren hinterlassen. Dann fahren wir entspannt hinaus zu unserem Flughafenparkplatz. Billy´s Parqueadero empfängt uns mit offenen Armen. „Mi casa es su casa“ hört man selten auf einem Parkplatz. Wir werden hinter ein paar Bussen eingeparkt und müssen jetzt erstmal packen. Morgen geht es nämlich nach Leticia in den Amazonas. Al die Rucksäcke mit dem nötigsten gepackt sind verkriechen wir uns. Es sit kalt und nass. Der Kontakt zu unserem Tourguide war nur per WhatsApp und aufgrund des sehr schlechten Internets im Amazonas auch recht spärlich. Wir glauben aber einen Guide zu haben und ihn am Flughafen in Leticia zu treffen.

20.04.17 Flug nach Leticia

Um halb sieben steigen wir ins Taxi und fahren zum Flughafen. Dort läuft alles nach plan und schon sitzen wir bei LATAM Airlines im Flieger und schauen hinab auf den endlosen Dschungel. 2 Stunden lang nur eine geschlossene Baumdecke, durchschlängelt von Armen des Amazonas. Als wir zur Landung ansetzten ist nicht ganz klar ob die Landebahn geteert ist. Ist sie und dass ist auch gut so, denn es gibt hierhin keine Strassen. ALLES was wir ab jetzt sehen (Autos, Motorräder, Backöfen) wurde mit dem Flugzeug hergebracht. Heiß und schwül ist es. 100% Luftfeuchtigkeit. Wir werden am Flughafen abgeholt und sitzen alsbald im Büro von Amazon Jungle Tours. Sergio, der Chef ist in einem kleinen Dorf - wir werden ihn morgen treffen. Wir bekommen unsere Gummistiefel und Ponchos und Tips zu den Sachen die wir mitnehmen sollen. Wir kaufen noch verschiedenste Moskitomittel (viel hilft viel) und durchstreichen Leticia. Die „Hauptstadt“ des Amazonas ist wuselig, aber wirkt nach Bogota sehr klein. Als wir nach 1 Woche aus dem Dschungel zurückkommen kommt sie uns SEHR groß und laut vor. Wir essen etwas und beziehen unser Hostel „Leticias Guesthouse“. Sie haben einen Pool und Hängematten. Wir bekommen Betten in einem Gemeinschaftsraum. Hier schläft ausser uns noch eine Holländische Journalistin, die auf ihre „alten Tage“ ihr haus verkauft hat und seit 3 Jahren unterwegs ist. Sehr erfrischender Kontakt. Wir kaufen noch Lange Socken für Steffi für die Gummistiefel und ein paar Kleinigkeiten. An der Stadtkirche fliegen Abends tausende von Papageien und Schwalben Richtung Turm. Angeblich habe ein illegaler Vogelgroßhändler eine ganze Flugzeugladung der Vögel freilassen müssen als er gefasst wurde. Nun fliegen allabendlich diese Horden von Vögeln aus em Dschungel in die Stadt.

21.04.17 Dschungel Tag 1 - Fahrt nach Puerto Nariño
Um 7 werden wir abgeholt und zum Schiffsanleger gebracht. Mit dabei ist noch eine freiwillige Helferin aus Italien. Sophia ist auch den ersten Tag mit dabei und möchte 2,5 Wochen bleiben. Sie ist unsere Übersetzerin. Jede Gruppe braucht eine, da in dieser Region niemand Englisch spricht und sonst die langen Geschichten, Mythen und Erklärungen untergehen würden. Zusammen fahren wir auf einem langen Boot mit vielen Sitzen den Amazonas hinauf. Uns kommen Bote mit Hängematten entgegen. Hier gibt es wohl auch mehrtägige Fahrten. Auf der Einen Flusseite ist Peru/Brasilien, auf der anderen Kolumbien. Wir rauschen auf dem riesigen Fluss Stromaufwärts. Rechts und links eine grüne Wand. Immer wieder hält das Boot an Siedlungen die aus 3-5 Häusern bestehen. Es werden Pakete und Briefe abgegeben oder es steigt jemand aus. Es ist Regenzeit und der Wasserstand ist so hoch, dass die „Dörfer“ unter Wasser stehen. Nur mit Bötchen können die Bewohner ihre Nachbarn besuchen. Nach 2 Stunden kommen wir in Puerto Nariño an. Es ist die „Hauptstadt“ der umliegenden 25 Siedlungen der Ticuna (der Stamm der hier hauptsächlich vorkommt). Am Ende wird uns auch diese Siedlung aus 3000(!) Menschen RIESIG vorkommen. Wir werden von unserem Guide Gelemir empfangen und zu unserem Hostel gebracht. Kleine steile Strassen aus Beton führen durch das Dorf. Es gibt kleine Supermärktchen und viele einfache aber hübsche Holzhütten. Zwei „Autos“ (Trecker) gibt es: Die Müllabfuhr und einen Krankenwagen. nachdem wir unser kleines Zimmer bezogen haben machen wir uns gleich auf mit dem Boot den Fluss zu erkunden. Gelemir fährt uns durch überschwemmte Wälder die fast das ganze Licht schlucken und durch Seegraswiesen die täglich ihre Position ändern. Eine große Anakonda bewege die riesigen Plattformen so erfahren wir. Wir sehen verschiedenste Vögel, Faultiere, Papageien, und Affen. Das Wasser ist voller Piranhas. Unser Guide, der in einer winzigen Siedlung lebt und die meiste Zeit lebt wie alle anderen auch (Er Fischt, baut sein Haus, bestellt „Felder“, Jagt.) weiss natürlich alles über jede Pflanze, Tier etc. Er macht die Geräusche der verschiedenen Tiere nach und sie antworten ihm. Der schreckhafte „Kamungo“ ruft laut als er uns kommen hört. Seinen lustigen Kopf mit der Frontalantenne bekommen wir nicht zusehen. Nach dem Mittagessen (in dem Restaurant ohne Lächeln… „Es wind Peruaner… vielleicht deswegen“) ziehen wir die Gummistiefel und und folgen dem macheteschwingenden Gelemir in den Dschungel. Wir erfahren wieder endlos viel über die Pflanzen und Tiere. Immer wieder bekommen wir dinge zu probieren, zum riechen oder zum anfassen. Nach 2 Stunden machen wir auf einer Lichtung halt. Streifen einer speziellen Rinde und Palmenwedel werden kunstvoll zu einer Tasche verwoben. Wir machen uns nicht schlecht, aber Gelemir muss viel helfen. Die Jäger machen sich diese Taschen um das Fleisch nach hause zu tragen. Und richtig, in den Dörfern sehen wir immer wieder Menschen mit diesen „Einkaufstüten“. Keine Touriaktion ála „Wir flechten mal ne Tasche“, sondern er zeigt uns tele des hier Stattfindenden täglichen Lebens. Am Abend marschieren wir auf einen den Amazonas blickenden Hügel und schauen den Sonnenuntergang an. Gelemir erzählt, dass er der Lehrling des Schamanen in seinem Dorf ist. Seine Oma war Schamanin. Weil er einen Sud aus aufgekochten Tabakblättern nicht erbrach durfte er auch die Ausbildung zum Schamanen beginnen. Er wollte auch Frau und Kinder haben (was dem Schamanen verwehrt bleibt), so dass er nur den Job des Schamanengehilfen ausführt. Seine Aufgaben beinhalten den Schamanen aufzufangen wenn er bei einer Zeremonie ohnmächtig wird und ihm in der Zeremonie zu assistieren. Der Schamane ist ein Heiler der Seele, so erfahren wir. Geht es jemandem Schlecht bekommt er psychodelische Tränke und kann dann zu den Göttern und der Seele Kontakt aufnehmen. Dann zieht er aus der Kranken person Würmer, Stacheln und Steine aus verschiedenen Körperteilen. Dann sind sie geheilt. Wenn er nicht weiterkommt oder es sich um ein „ körperliches“ Leiden handelt schickt er die Leute ins Krankenhaus. Interessant vor allem: Alle Geschichten die wir erfahren haben wir so eins zu eins im Goldmuseum gelesen. Sie werden seit tausenden von Jahren praktiziert und sind so hier in den Dörfern noch genau so vorhanden. Wie sehr unterscheidet sich das doch von den Indianern in Nordamerika. Hier sieht man immer nur traurige Berichte von nachfahren, die sich noch erinnern können, dass ihre Großmutter mal ein Ritual vollzogen hätte. Hier noch alles am leben, Als eine Regenfront aufzieht versucht Gelemir diese „zu beeinflussen“ und von uns wegzuschicken. Ein anderer sei wohl stärker, sagt er und so stehen wir im regen. Naja, er sei auch noch am Anfang berichtet GElemir. Er habe nur einen Schutzpatron, ältere hätten hunderte.

nach dem Abendessen fallen wir müde ins Bett. Was für ein erster Tag.

22.04.17 Dschungel Tag 2 - Santa Clara de Tarapoto

Genug des „Großstadtlebens“ in Puerto Narino. Wir fahren 1,5h über verschiedene Flussarme bis auf den Tarapoto See an dem das Dorf Santa Clara liegt. 13 Häuser gibt es hier. Alles steht auf stelzen und man benötig eine Badehose oder ein Boot um von einem zum anderen zu kommen. Unterwegs, zwischen Papageien, Affen und sonstigem Getier erzählt Gelemir uns über weitere Traditionen des Stammes. Erreicht ein Mädchen die Pubertät wird sie für 1 Monat (früher 1 Jahr) von den Männern ferngehalten und lernt von den Frauen alles was es zu Wissen gibt. In einem Großen Fest , dass jetzt 1 Woche dauert (früher 1 Monat) bleiben die Augen der Frau verbunden. Ein Mann erscheint, der nicht zum Dorf gehört. Der Schamane kann erkennen, dass es sich um einen Rosa Delfin handelt. Es wird getanzt und der Frau werden stück für Stück alle Kopfhaare entfernt (früher ausgerissen, heute abgeschnitten). nach den Feierlichkeiten ist die Frau bereit einen Mann auszuwählen. Wieder etwas was wir schon im Goldmuseum erfahren haben. Hier noch Live. Delfine sehen wir auch. Bis zum letzten Tag nur die grauen, dann auch den rosanen. Sie haben große mytische Bedeutung für die Ticuna. Geht zum Beispiel eine Frau mit Periode Baden besteht die gefahr, dass die von einem Delfin schwanger wird. Auch die Anakonda kommt immer wieder vor. Sie ist der Beschützer des Wassers und der Inseln. Verärgert man sie verschwinden die Inseln wieder.

Unser Haus in dem Dorf hat eine kleine Veranda mit Hängematten. Wir entspannen und schauen den Menschen zu wie sie mit den Booten zum Fischen paddeln oder Wäsche Waschen (Die Kleidung wird mit einem leinen Knüppel geschlagen).
Wir erfahren auch etwas über den Tagesablauf der Menschen: Niemand hat nur eine Arbeit. Als Arbeit gilt soweiso nur Tourismus oder Handarbeit/Kunsthandwerk oder ein Lädchen zu betreiben. Das tägliche Fischen, bestellen von Feldern, Häuser bauen, Boote bauen und Jagen etc. gehört dazu und sichert das tägliche überleben. Als Arbeit wird das hier nicht eingestuft. Auch macht jeder „Alles“. Es gibt keinen speziellen „Häuserbauer“ oder Jäger. Einen Tag wird am Haus gebaut, dann wird gefischt, Holz gesammelt oder ein paar Yukka gepflanzt. Die Felder (Areale im Dschungel um das Dorf, aber keine Monokultur) werden von alles zusammen Bestellt. Alle helfen einander und alles ist zum Wohl der GEmeinschaft. So wir es auch nie langweilig, denn man hat immer unterschiedliche Aufgaben. Auch unglaublich, dass jeder der Menschen hier alle Fertigkeiten beherrscht. Bewundernd schauen wir auf die 5-7 jährigen Kinder die sicher mit den Motor/Ruderboten fahren, mit dem Speer (!!) einen Fisch nach dem anderen herausholen und wahrscheinlich auch einen Jaguar erlegen könnten. Uns wird bewusst, dass wir hier nur sehr wenig beizusteuern hätten. Hätte ich hier eine Frau wär sie ganz schön arm drann. Kann kein Haus bauen, kann nicht jagen, kann kein Boot bauen, und keinen Ackerbau betreiben. Schon lustig wie wir uns immer für so unglaublich fortschrittlich halten, aber in der „wahren welt“ aus Natur, Tieren und Jahreszeiten müssten uns die kleinen Schulkinder mit durchfüttern… Auch klar zu erkennen ist, dass hier niemand unglücklich ist oder sich „nach dem Westen“ sehnt. Sie haben zwar Handys und normale Kleidung, sind aber 100% zufrieden, denn sie haben ja alles. Und Geld braucht man nur für die kleinen Sachen wie mal eine neue Machete etc. Das tägliche Leben sichern sie sich mühelos selbst. Die Hängematten sind Handgeknüpft aus Naturfasern, Sie machen Stoffe aus einer Speziellen Rinde (meist nur für die Rituellen Kleider, aber auch für Kinderkleidung) und das Essen ist Abwechslungsreich und Nahrhaft. An unserem letzten Morgen in der kleine Hütte unseres Guides zum Beispiel bekommen wir einen Zitronengras Tee und einen Banananensmoothie der nicht leckerer sein könnte. Da muss man bei uns in der „Stadt“ lange suchen und viel Geld bezahlen. Zusammengefasst sind wir sprachlos wie sehr die Menschen hier im Einklang mit der Natur leben. Dieser Satz“im Einklang mit der Natur“… so richtig habe ich ihn nie verstanden und ihn immer mit Entbehrung und Anstrengung verbunden, aber die Menschen leben so komfortabel und glücklich man möchte gleich bei ihnen einziehen.

So so viel dazu, jetzt ist unsere Stunde „Pause“ in der Hängematte vorbei und wir fahren zusammen mit einem weiteren Dorfbewohner „Pirannia“ hinaus um Kaymane zu suchen. Vorher kommt Gelemir noch mit einer 3m langen Anakonda in der Hand angefahren. Sie hätte 2 Hühner getötet und so wurde sie mit einer Machete erlegt. Ein riesen Viech! Er ruft nach einem kleinen 3-4 Jährigen Mädchen und hält ihr die Schlange entgegen. Sie zuckt lediglich mit den Schultern und spielt weiter… nichts besonderes :-))

Nun wird die fahrt antsrengend. Immer wieder kämpfen wir uns durch Grasteppiche auf den Fluss Rio Garapewazu und durch überschwemmte Wälder. Die beiden Guides Stoßen den Laut aus den ein verängstigtes Kayman junges macht. Die Antwort ist prompt. Im dunkeln leuchten die beiden in das Schilf und ziehen zwei junge Kaymane aus dem Wasser. Die großen werden mindestens 12m lang. Die Babys sind max 1m lang und halten brav still in unseren Händen. Rückfahrt bei Dunkelheit. Die beiden erzählen wie sie schonmal it einem Kaputten Motor 6h zurückrudern mussten. Wir sehen seltsame Lichter in der Ferne. Meiner Meinung nach Leuchtkugeln. Sie glauben an Organhändler tief im Busch, da sie häufiger Fischer ohne Organe im Fluss haben Schwimmen sehen. Grusel! Letztes Highlight der Fahrt: Lichtkegel auf ein Loch im Baum gerichtet: Tukannest! 5 kleine und ein Großer Schnabel sind klar zu erkennen.

Ach ja, fast vergessen, am Nachmittag waren wir noch Piranjas angeln. Gefangen haben wir nur eine mittelgroße Sardine. Sie wird uns trotzdem liebevoll am Abend frittiert und liegt auf einem separaten Teller. Gut dass es auch Hähnchen gibt. Wir sitzen bei Kerzenlicht zusammen mit einer der Familien am Boden und essen. Natürlich müssen wir auch „Chuchuwasa“ probieren Einen sehr „Gesund“ schmeckenden Rum aus einer roten Baumrinde. Sehr gut gegen Erkältung und Rheuma. Dazu Limettensaft mit Chili und oh wunder, meine Erkältung ist am nächsten Tag schon DEUTLICH besser. :- Ach ja, wir sind am Anfang des Trips RICHTIG erkältet! Ein „Beisitzer“ beim Abendessen ist „Manuela“, ein großer grüner Papagei. Sie ist wild aber kommt ab und zu vorbei… klar hier gibt es vielleicht etwas zu essen abzustauben. Sie klettert umher und lässt sich von uns auch auf den Arm nehmen. Nur so macht es Spaß Tieren zu begegnen. Nicht im Zoo oder angebunden!

In unserer Hütte werden Kerzen entzündet. Moskitocoils natürlich auch. Ich baue mir eine Hängematte mit Moskitonetz auf der Terrasse. Der Dschungel singt uns in den Schlaf.

23.04.17 Zurück nach Puerto Nariño

Wir sind dreckig, schwitzig und feucht. Alle anderen scheinen deutlich sauberer als wir zu sein. Wie machen die das bloß? Wir fahren zurück nach Puerto Nariño. Verdiente Dusche. Wanderung zu einer „Reserva“. Ca. 3h geht es durch den dichten Dschungel, wir springen über Bäche und versinken im Schlamm. Wieder zeigt uns Gelemir verschiedenste Pflanzen und Tiere. Hier und da bekommen wir etwas zum probieren in den Mund gesteckt oder an die Nase gehalten. Eine Rinde mit „natürlichem“ Jod und eine die nach Amaretto riecht (Sophia ist aus dem Häuschen). Auch etwas was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt: Ameisen mit riesigem Gebiss beissen in die Ränder von Schnittwunden um sie zuzuklammern. Wenn die Wunde verheilt ist fallen sie wieder ab. Gelemir zeigt Bilder von einer großen Machetenverletzung die er so versorgt hat. Hier noch alles live!

An der Reserva angekommen sitzen wir an einem langen einfachen Tisch. Im Nebenraum wird über offenem Feuer gekocht. Es gibt Fisch aus dem See vor der Hütte, Linsen, Reis und Saft. Der See hat auch einen kleinen Aussichtsturm. Von hieraus sehen wir einen riesigen Kayman, Schildkröten und Fische. Einer der Fische ist mehrere Meter lang und sieht ein bisschen aus wie ein Waller. Seine Schuppen sind ca 5x10cm groß und werden auch als Schmuck verarbeitet. Im ersten Stock eines Pfahlgebäudes sind Hängematten aufgehängt und die wohlverdiente Siesta beginnt. Dann bekommen wir Besuch von Franziska, einer kleinen Affendame (mit einem recht großen Penis und Hoden, aber die Locals sagen, dass ihr Kopf zu klein sei für ein Männchen… ok…). Wie Manuela weiss auch sie wo die Küche ist und kommt ab und zu aus dem Dschungel herüber und lässt mit sich spielen. Sie turnt über unsere Hängematten und lässt sich kraulen. Hier treffen wir auch Julian. Er arbeitet gerade fest als Übersetzter bei unserem Touranbieter, spricht aber auch fließend Deutsch. Das habe er an der Uni gelernt und er liebe die deutsche Sprache. So etwas ist ja selten :-) Momentan spart er auf einen Deutschlandbesuch. Er ist auf jedenfall der geborene Lehrer. Einfühlsam und schlau verbessert er unser Spanisch und das Englisch von Gelemir.
Zurück im Ort machen wir uns bereit zum „Woodboarden“. Die Jungs haben nämlich sich aus einem dicken Holzbrett eine art Wakeboard gebaut. Mit einem langen „Einbaum“ und 30PS Motor fahren wir auf den Amazonas. Die Vorerfahrung hilft und wir boarden entspannt bei untergehender Sonne über den Amazonas. Den anderen beiden helfen wir auch auf´s Brett. Gar nicht so leicht mit einer kurzen nicht schwimmenden Leine und statt eines Griffs einen festgeknoteten Stock. Wir genießen noch den Sonnenuntergang auf dem Wasser und machen uns dann bereit zur Tanzstunde. Im Ort gibt es nämlich eine Tanzgruppe und der Chef lässt uns ca. 1,5h verschiedenste Tänze nachtanzen. Anstrengend, aber Spaß! Afterwork drink in einem Restaurant vor der Eröffnung im kleinen Kreis.

24.04.17 Puerto Nariño und Fahrt zu Gelemir

Heute ist ein entspannter Tag im Ort angesagt. Aussichtsturm, tolles kleines Museum, Armbänder Knüpfen, Tattoos mit Farbe der Huito Frucht (Steffi einen Frosch, ich traditionelle Symbole „Fuerza de la selva“ - Kraft des Waldes). Am Nachmittag dann der Aufregendste Teil. Wir haben uns mit unserem Guide so nett verstanden, dass er uns schon am Anfang angeboten hatte mit zu ihm in sein Dorf zu fahren. Heute ist seine hochschwangere Frau im Ort zum „Check“. Beim ersten Kind sei das nicht notwendig gewesen, aber jetzt sei ihr Bauch so groß, da gehe man auf Nummer sicher. Interessantes Entscheidungskriterium :-) Zusammen mit Frau Monika und Töchterchen Aicha zuckeln wir im Einbaum mit Tuk-Tuk Motor (lange Motorstange für flache Gewässer) den Amazonas hinauf. Das Wasser ist aufgewühlt und es ist gut, dass Gelemir so ein guter Fahrer ist. Dann biegen wir hart links ab in einen kleinen Seitenarm. Ab hier noch eine Stunde. Der kleine Flusslauf trocknet in der Trockenzeit komplett aus. Dann heißt es laufen. An Affenherden vorbei durch die Mangroven landen wir irgendwann bei Gelemirs Hütte. Wie er das überhaupt gefunden hat. Ein großes Grundstück und mitten drauf eine kleine Holzhütte mit Veranda. Kein Strom, kein Fließen Wasser. Alles selber gebaut. Ein Stück „Stoff“ aus Rinde (Spezieller Baum, lange geklopft) für ein Höschen für die Tochter hängt über der Veranda. Erstes Highlight: Pepe das Faultierwaise. Bereitwillig lässt er sich von uns auf den Arm nehmen und kuscheln. Ein Traum wird wahr. Pepe kommt wieder auf seinen Lieblingsmangobaum und ich ziehe mit Gelemir los zum Holzmachen. Er erklärt, dass das ganze Dorf gemeinsam Pflanzen wie Yukka, Bananen etc. anbaut, so hat jeder etwas. Und wie zuvor schon beschrieben geht man den einen Tag Fischen, den anderen Jagen, den nächsten ein paar Pflanzen setzten. Wir vor 5000 Jahren geht vom Haus ein kleiner Pfad in den Dschungel, entlang dessen angepflanzt wird und den die Jäger tief in den Wald gehen. Gejagt wird weiterhin mit Blasrohr und Giftpfeil. Gefischt mit dem Dreizack. Im Dschungel trockenes Holz zu finden ist auch nicht so einfach. Fachmännisch werden mehrere Stämme geprüft. Zuletzt hacken wir uns mit einer Machete mehrere ca. 120cm lange Balken. Zusammengebunden werden die Pakete natürlich mit der schon kennengelernten Rinde und einer Liane. Dann darf ich noch eine Bananenpflanze pflanzen und zurück geht es die 40 Minuten zum Dorf. Nicht mehr so beschwingt mit je 40kg Holz auf der Schulter. Aber Lob bekommen wir von Monika. Gutes Holz hätte wir geholt :-) Mit dem Holz kann Monika nun anfangen zu kochen. Währenddessen spielen wir mit der kleinen Tochter und natürlich auch mit Pepe. Dann liefern Gelemir und ich noch etwas aus dem Ort an einen Nachbarn aus. Zuerst durch den Dschungel vorbei an entfernteren Hütten, dann über eine ca. 70m lange Brücke die aus einzelnen Bretter besteht und nur 20cm breit ist („Hast du gutes Gleichgewicht?“). Dann sitzen wir in Gelemirs kleinem Einbaum Ruderbot. Ein Finger breit unter dem Rand ist die Wasserlinie, und obwohl ich GANZ ruhig sitze kippeln wir beängstigend. („Kannst du schwimmen?“). Bei finsterer Nacht paddeln wir durch die Mangroven. Ein Fest für die Moskitos trotz vieler Lagen Repellent. Das Abendessen ist festlich: Würste (aus dem Ort mitgebracht), Reis, getrocknete Yukkakrümel als Topping. Dazu eine süße Bananenmilch (nur Bananen und heißes Wasser… das Süße kommt von ganz allein). So sitzen wir bei Kerzenschein auf dem Boden und futtern. Wieder fällt auf, dass wir die dreckigsten sind. Auch das Holzhohlen und das knien im Dreck hat die beiden irgendwie nicht schmutzig gemacht. Monika mit ihrem dicken Kugelbauch sitzt auf dem Boden mit einem schönen Kleid. Schlafen tun wir auf der Veranda. Gelemir hat eine Matratze und ein Moskitonetz organisiert. Kurz vor dem Einschlafen noch lautes Geplätscher, danach hartes „plong-plong-plong“. Pepe hängt im Dachstuhl und macht erst Pipi, dann köttelt er fröhlich hinab. Keiner wird getroffen, aber alle haben etwas zu lachen.

25.04.17 Zurück nach Bogota

Um 5:30 Uhr klingelt Gelemirs Wecker mit dem Charthit „Bigi bigi bigi bigi“. Der Tag beginnt und Monika zaubert uns Rührei, Arepas, Brot und einen Tee aus frischem Zitronengrass (ein riesen Busch direkt vorm Haus). Um 6:30 Uhr heißt es schon abschiednehmen. Wir wollen wiederkommen wenn Gelemir seinen Tourbusiness aufgezogen hat. Wir sehen neben seinem Haus schon das Grundgerüst eines weiteren Hauses. Das Holz (mit der Motorsäge gesägte Baumscheiben) ist auch schon fast da. Er braucht noch etwas mehr Geld dann geht es los. Sein Plan für die Touren ist genial und wir versuchen zu beraten so gut wir können. Eine Exzellente Gelegenheit für Touristen die eine sehr Authentische Erfahrung suchen (so wie wir). Wir versprechen dem hochmotivierten Gelemir (der eine ganze Mappe voller Zertifikate von der Uni hat!) ihm zu helfen so gut wir können. Seine Website können wir übersetzten wenn er sie fertig hat, und wir machen Werbung für ihn. Dann setzten wir uns in den Einbaum und fahren wieder vor bis zur „Hauptstrasse“. Mit dem Schnellboot geht es zurück nach Leticia. Es wird lange brauchen bis wir das alles verarbeitet haben. Zuletzt „investieren“ wir noch in sein Tourprojekt. Hier ist das Geld wirklich gut angelegt und wir wollen seine Pläne erfüllt sehen. In Leticia wandern wir noch durch die Gassen und duschen bei unserem Touranbieter. Rückflug problemlos. In Bogota wieder sehr frisch. Taxi zum Parkplatz. Netter Empfang von Billy.

Eingestellt von Kojensen 08:55 Kommentare (1)

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