Reise blog von Travellerspoint

01.07-12.07.17 Bolivien

01.07.17 Bolivien, Fahrt bis nach La Paz

Ein Grenztag, nicht unsere Lieblingstage, aber diese Grenze soll human sein. Auf dem Weg zur Grenze möchten wir noch tanken da es schwierig sein kann in Bolivien als Ausländer Benzin zu bekommen (Lokals bekommen es subventioniert für 3,8 Bolivanos, extranjeros zahlen 8,90 (ca 1 Euro)). Unsere beiden Extratanks sind bereits gefüllt und im Auto versteckt. Angeblich gibt es keine Kontrollen. In Desaguardo fahren wir über die Grenze. Bei dem anderen Grenzübertritt wurden vermehrt Überfälle durch falsche Drogenkontrolleure gemeldet. Die Grenze verläuft problemlos. Die schnellste Ausreise der Reise. Die Import von dem Grenny verläuft letztendlich auch problemlos aber man muss auch bedenken dass dies Grenze Nummer 14 ist und wir mittlerweile recht gelassen mit allem umgehen. Wieder einmal wird die Motornummer verlangt die nicht in den Dokumenten steht, bei Mädchenname der Mutter steht „Deutch“; Bei Name des Vaters mein Vorname und so weiter. Hauptsache die Chassis Nummer stimmt. Auch ist es wieder schwierig den Behörden zu erklären dass der deutsche internationale Führerschein einfach keine Nummer hat. Steffi hat während dessen fleißig Geld umgetauscht. Die bolivianischen Geld Noten sind die solidesten der gesamten Reise wenn auch nicht besonders einfallsreich gestaltet. So können wir von der Grenze Richtung La Paz fahren. Erster Eindruck des Landes: unglaublich gute Straßen, wenig los, Fahrrad fahren besser als die Peruaner, höfliche freundliche Menschen nicht so verschlossen wie prophezeit. Der angeblich korrupte Grenzkontrolle Posten/Polizeikontrolle Post nach der Grenze winkt uns fröhlich durch. So kann es losgehen. Von dem Hauptteil von der Passagen wir nur von einer Berggruppe aus einen Blick. Die höchste Hauptstadt der Welt liegt beeindruckend in einem Tal. Die Umfahrung des Stadtkerns auf dem Weg zu unserem Ziel etwas außerhalb bedeutet trotzdem Stadtverkehr. Aber wie gesagt die Bolivianer fahren etwas intelligenter als die Peruaner. Im ersten Stock ist ein größerer Supermarkt in dem wir etwas ausgehungert etwas zu kleine Sandwiches essen aber dann ausgiebig einkaufen können. Der Teil in dem der Supermarkt liegt ist eindeutig für die Bessergestellten somit ist die Auswahl exzellent. Danach fahren wir zu dem Parkplatz des Restaurants das wir besuchen wollen (Gusto). Unsere dänischen Trekking Kollegen hatten uns diese Zweigstelle des Nummer (Kopenhagen) empfohlen. Angeblich neun Bestes Restaurant der Welt. Nach vielen Einbahnstraßen finden wir es letztendlich und können direkt gegenüber parken. Langsam machen wir uns für den Abend fertig: schönes Hemd mit Kragen, Stoffhose, Bootsschuhe. Etwas überpünktlich erscheinen wir im „Gusto“. Die Wartezeit bis das Restaurant wirklich aufmacht überbrücken wir mit einem sehr guten Cocktail. Dann folgt mit der beste Restaurant Besuch den wir beide in unserem Leben je hatten. 21 Gänge Tasting Menü mit Getränke Begleitung lassen die Geschmacksknospen gar nicht aus dem explodieren herauskommen. Die Getränkebegleitung hat es auch sehr gut gemeint so dass wir quer durch die Cocktail und Weinlandschaft Boliviens geführt werden. Es ist ja wie immer: am Anfang kann man den Nachschub kaum erwarten, am Ende waren wir immer etwas ängstlich wenn sie ein neues Glas auf den Tisch stellt. Das Restaurant ist trotz seiner Stellung in der Welt sehr entspannt gestaltet und das Essen steht im Mittelpunkt ohne viele Schnörkel. Die Küche ist wie in einem großen Glaskasten und die Gänge werden zum Teil von den kreierenden Köchen selber serviert. So kann man die ganze Mannschaft bei ihrem hoch professionellen Arbeiten beobachten aber auch ein paar Worte mit den Genies wechseln. Am Ende kostet uns dieser Besuch nur etwas über 200 €. Unglaublich für diese Erfahrung. Eine Empfehlung für jedermann. Und dann können wir auch noch direkt vor dem Restaurant und hier übernachten.

02.07.17 Valle del Luna, Fahrt Richtung Sucre

Am Morgen fahren wir noch an der Mondlandschaft (Valle de Luna) vorbei, weil sie in der Nähe liegt. Bizarre Felsformationen dienten hier auch schon einer Star Wars Verfilmung. Nichts was wir nicht schon gesehen hätten so fällt der Besuch kurz aus. Dann geht es zurück die steile Straße hinauf wieder zur PanAm. Der Versuch Benzin zu bekommen scheitert an der ersten Tankstelle. Kein Problem wir haben noch Reserve. Auf der Panamericana können wir gemütlich Richtung Sucre fahren. Unser Weg führt uns über Potosí. Die Landschaft ist extrem weitläufig mit farbenfrohen Bergen und teils endloser Steppenlandschaft. Wer hätte gedacht dass man in Bolivien so gut voran kommt. Unser Abend Camp ist etwas abseits des Highways hinter einem Hügel. Wir bekommen noch netten Besuch von dem in der Nähe wohnenden Farmer auf seinem Fahrrad. Fast zahnlos lächelt er und freut sich dass wir da sind. (Wundert sich aber auch ein bisschen, dass dieser Ort nahe seines Hofes so häufig von „Ausländern“ besucht wird. Tja, wenn der wüsste was iOverlander ist ;-)

03.07.17 Ankunft Sucre
Heute haben wir wieder einen langen Fahrtag vor uns aber die guten bolivianischen Straßen machen es uns leicht. Unser Weg führt über Potosí nach Sucre. Der Weg ist gesäumt von bunten Bergen und endlosen Salzlandschaften. Auch unser Freund der „Steinumdrehvogel“ steht häufig am Straßenrand. Schon von der Umgehungsstraße von Potosí aus entscheiden wir das wir diese Stadt auslassen werden. Die unverputzen Häuser und die dreckigen Straßen (wie auch schon in Puno) laden nicht zum Besuch ein. Letzt endlich erreichen wir Sucre und sind sehr angenehm überrascht. Später lesen wir das die Stadt zu einer der entspanntest denn ganz Südamerika gehört. Wir glauben es gern. Besonders frohlockt das europäische Auge beim Anblick von gepflasterten oder begrünten Flächen (im Gegensatz zu Staub) sowie Bürgersteigen. Da am rechten Schweller auch ein Rostloch aufgetreten ist wollen wir dieses hier reparieren lassen. Der von iOverlander empfohlene Mechaniker schickt uns weiter zum Schweißerei und Lackierbetrieb „Edgar“. Hier machen wir einen Termin für in zwei Tagen aus. Danach fahren wir zum Campingplatz von Alberto. Hinter einer großen roten Eisentür verbirgt sich eine kleine Rasenfläche so wie der alte Professor mit seiner Frau der uns liebenswürdig empfängt. Neben uns stehen noch zwei größere Fahrzeuge auch mit deutschen Insassen (aber etwas älter). Da wir etwas geschafft sind von den Feiertagen suchen wir über das Internet einen Pizza Lieferservice aus. Steffi fällt schon auf das die Pizzen etwas komisch gerollt sein auf der Webseite aber als wir zwei große Pizzen bestellen sind wir noch frohen Mutes. Leider kommen dann wirklich nur zwei Art Pizzahörnchen. Der Fahrer freut sich über einen völlig überhöhtes Trinkgeld (ich hatte mich verhört und konnte die Rechnung im Dunkeln nicht gut erkennen). Somit viel zu lachen aber wir mussten trotzdem nach der „Pizza“ noch kochen.

04.07.17 Sucre Stadterkundung

Steffi hat die Erkundung von Sucre gut geplant. Wir bringen zuerst unsere Wäsche zum waschen und sehen so schon die unglaublich entspannte und schöne Kolonialstadt. Danach geht es hinauf auf den Hügeln zu einem Textilmuseum. Hier werden uns die verschiedenen Webarten der unterschiedlichen Gegenden näher gebracht und eine Frau zeigt wie diese unglaubliche die Stoffe entstehen. Zusätzlich gibt es einen großen Bereich der über die Musik und Musikinstrumente sowie über die Opfergaben informiert. Ein wirklich ausführliches Museum. Gleich neben an ist ein nettes Café mit Blick über die gesamte Stadt. Sogar frische Pasta gibt es. Danach streuen wir noch durch die schöne koloniale Innenstadt, sitzen am Marktplatz und beobachten die Menschen in Zebrakostümen die hier den Verkehr regeln und können letztendlich unsere Wäsche abholen. Eine Station hatte Steffi vorher noch eingeplant nämlich der Besuch einer wunder schönen Kirche sowie der Besuch eines Kirchendaches. Völlig frei und ungehindert durch Sicherheitsleute können wir das gesamte Dach der Klosterschule erkunden. Am Abend ist die Freude besonders groß, da die etwas älteren deutschen Camper gegen junge ausgetauscht wurden. Zwei davon kennen wir schon (Nynke & Nils aus NL). Der Abend wird feucht-fröhlich in junger Runde.

05.07.17 Sucre, Mechaniker

Es ist Mittwoch und wir haben um neun einen Termin bei „Edgar“, dem Lackierer und Schweisser Betrieb. Auf einem Innenhof ist quasi fast kein durchkommen vor Autokarkassen und auf Lackierung oder Reparatur wartenden Autos. Trotzdem ist der Betrieb hoch professionell. Es ist früh am Morgen und alle sind erst mal damit beschäftigt ihre backen mit Coca zu fühlen und noch nicht ganz wach. Unser Schweisser ist von allen noch der ruhigste und entspannteste. Stillschweigend schiebt er sich noch eine Handvoll Coco in die Backe, kniet sich vor den rechten Schweller und beginnt seine Arbeit. Und was für eine Arbeit. Hochprofessionell entfernt er den Rost und schweißt neue Metallplatten über die Löcher. Die Farbe mischt er genau (per Hand). Natürlich werden diese ganzen Arbeiten ohne Schutzbrille oder Atemschutz durchgeführt. Das könnte sein Husten erklären. Nach zweieinhalb Stunden ist die Arbeit exzellent ausgeführt. Kosten tut das ganze 25 €. Auch erfahren wir dass es in Bolivien keine Schneeketten zu kaufen gibt welche wir für den Grenzübertritt nach Argentinien brauchen. Aber in Nordchile soll es gut aussehen. Mit Argusaugen beachten wir auch den Twitteraccount der chilenischen Grenzer die täglich über jetzt „geschlossene“ oder jetzt „Schnee geräumte“ Grenzen informieren. Mal gucken wie es ist wenn wir dann da sind. Zurück am Campingplatz sitzen wir alle nicht zusammen, dann gehen wir auf den Markt um etwas zu Essen zu besorgen. Hier ist schon Tote Hose aber die haushoch mit Früchten übertürmten Saftstände rufen uns eifrig herbei. Wichtig ist, dass man hier einen Saft bestellt und kein Obstsalat, der besteht nämlich hauptsächlich aus Schlagsahne. Die Säfte sind großartig, als Mittagessen holen wir uns ein paar Empanadas und setzen uns an einem Platz und unterhalten uns. Für den Abend entsteht spontan die Idee einer Erdbeerbowle. Auch an diesem Abend sitzen wir wieder alle zusammen und genießen die junge Runde (Nils, Nynke, Roman, Claudia)

06.07.17 Sucre, Weberin

Heute werden Steffi und Nynke von einer Weberin abgeholt um bei ihr zu Hause zu weben. Unter harter Hand produzieren die beiden hübsche Gürtel, sind aber am Ende des Tages kaum ansprechbar vor schmerzenden Gliedern (und Hinterteilen). Ich nutze den Tag zum Berichte schreiben, stufen lagern, und entspannen. Am Abend gehen wir zusammen im „Floris“ essen. Bei Craftbier und niederländischen (?!) Spezialitäten schnattern wir 6 bis spät am Abend.

07.07.17 Sucre, MUSEF Museum

Weil sich alle so gut verstehen und Sucre so schön entspannt ist bleiben wir also noch diesen weiteren Tag. Roman hatte Pancakes zum Frühstück vergeschlagen (am Abend zu vor). Und so sollte es sein… Tapfer steht Nils am Herd und brät einen nach dem anderen. Wir tragen alle mögliche Beläge zusammen und sitzen am Ende zusammen am Frühstücksttisch wie eine große Familie. Irgendwann machen Steffi und ich uns auf um in das MUSEF zu gehen. Ein Museum für indigene Kunst was besonders gut sein soll. Erstmal einen großen Saft auf dem Markt, dann in die Stadt. Wir haben Glück, denn heute eröffnet das Museum nach einer Renovierungspase mit einer komplett neuen Ausstellung. Erst geht es um die kleinen „Votivkästchen“ die wir häufig an der Strasse sahen, dann um den „Topo“ (Kleider/Haarnadel und essentielles Schmuckstück seit hunderten von Jahren). Auch schön zu sehen ist wie die traditionelle Tracht (mit dem Schmuck am Hut etc.) die wir auch schon am Titicacasee sahen erklärt wird. Zufällig lernen wir nun mehr über das Gesehene. Am meisten überrascht uns der Teil über die Alasitas: Im rahmen dieses Kults um den Glücksgott „El Ekeko“ bringt man Miniaturen von dem was man sich wünscht dar. So sehen wir alles von kleinen Autos über Ipads und Diplome. Sogar kleine Zeitungen, bedruckt mit den politischen Veränderungen die man sich wünscht, gibt es. Je nach Jahrzehnt natürlich anders. Dann kaufen wir noch auf dem Markt ein. Hier in Bolivien werden an der Strasse als Snack weiße Bohnen (mit Häutchen) verkauft. Meist sitzt eine dicke Mami vor einem Berg der gekochten Hülsenfrüchte und füllt sie einem auf Wunsch für 2 Soles in ein Tütchen ab. Dann geht man gedankenverloren durch die Strassen und „flitscht“ eine Bohne, nach der Anderen aus ihrem Häutchen in den Mund. Beobachtet haben wir es schon oft, aber diese lokale Eigenart hatten wir bisher noch nicht probiert. Leider sind die Bohnen ungewürzt, so dass das kleine Tütchen für den ganzen Campingplatz reicht (alle hatten es noch nicht probiert und waren nach 2 Stück zufrieden dieses „Erlebnis“ jetzt abhaken zu können.) Am Abend schmausen wir wieder gemeinsam: Nils hat Hähnchencurry gekocht. Wir steuern Reis und Erdbeerbowle bei. Auch einen Teig setzten wir an und bunkern ihn im Kühlschrank.Zu unserer großen Freude haben sich Nils und Nynke entschlossen mit Richtung Uyuni/Salar zu fahren. Wir verstehen uns gut und sie ändern bereitwillig ihre Pläne. Morgen geht es los!

08.07.17 Fahrt nach Uyuni

Endlich können wir wieder mit Menschen die wir sehr gerne haben zusammen reisen. Wir fahren hintereinander über Potosi nach uyuni. Unterwegs ein kleiner Stop zum Mittagessen in der freien Natur. Kurz vor Uyuni besichtigen wir noch ein verlassenes Minendorf (Pulacayo). Da aber hier immer noch vereinzelt Familien leben entsteht eine gruselige Atmosphäre aus „verlassen“ und umherstreichenden Menschen/Kindern. Zum Glück warten die Kinder nicht hinter einer Häuserecke und erschrecken uns. Wir hätten es gemacht :-))
Uyuni sieht man vom letzten Bergzug aus schon auf dem plattgebügelten Hochtal liegen. Alles platt, grau, weiß, staubig, und dann inmitten dieser unwirklichen welt eine kleine Stadt. Diese ist genauso staubig und unattraktiv wie angekündigt. Trotzdem irgendwie cool, wie am Ende jedes Strassenzugs die Wüste beginnt. Wir können Diesel für 6 Bolivanos/Liter ergattern. Dann müssen die Unterseiten der Autos noch mit öl bespritzt werden, zum Schutz vor Korrosion. Unser Stellplatz ist in einer Blind endenden Strasse vor dem Militärgelände. Oh wunder, wir treffen andere Overlander wieder (Casa Rodante und La Chuleta?). Im Hotel Torino gegenüber ist eine Institution beherbergt: die Minuteman Pizzeria. Man munkelt es sei die beste Pizza Südamerikas ;-) Wir machen es uns bequem und testen das ganze mal. Gut ist sie allemal. So planen wir die nächsten Tage und haben wiedereinmal einen schönen Abend zu viert. Die Nacht ist für die Region noch recht mild… -1 °C

09.07.17 Salar de Uyuni Tag 1

Heute ist es soweit. Wir fahren auf den Salar de Uyuni. Ein zentraler Wunsch von uns beiden für diese Reise und wieder etwas was mit dem Van unglaubliche möglichkeiten offenbart. Wir wollen 2 Tage bleiben. Der Eingang ist bei Colchani. Besonders die Ränder des Sees können kritisch sein, so dass der Eingang wohl gewählt sein muss. Und zack sind wir drauf. Die weiße Salzlandschaft umschließt uns und die Strecke ist gut. Anfangs erkennt man noch die sicheren Fahrspuren der Tourjeeps und kann mit dem Kompass erahnen welche die richtige sein könnte. Kurzer Stop am Rally dakar Monument. Es hat -4 °C und ein kalter Wind pfeift. Nach weiteren 20 Minuten Fahrt halten wir im unwirklichen „Weiß“ an und frühstücken wie besprochen. Mit Nils und Nynke wird es immer culinarisch (Gourmet Home cooking würden die Amerikaner sagen :-) ). Wir backen frische Zimtrollen aus unserem Teig. Bei frischem Kaffee sitzen wir dick eingepackt und schauen in das grelle nichts. Fast ohrenbeäubende Stille (wenn wir nicht gerade über iOverlander Berühmtheiten lachen, oder über Instagram… #Fitgirl). Weiter geht´s. Vorbei an der (noch) touristenleeren Insel Incahausi mit den dicken Kakteen. Nach weiteren 40 Minuten stehen wir weitab von allen Tourruten auf unserem Platz für die nächsten 2 Nächte. Im Rücken eine einsame Insel, in der Ferne lässt das ewige Weiß kleine Inseln schweben und ganz nah erscheinen. Wir können uns gar nicht satt sehen an dem „nichts“. In der Sonne sind die Temperaturen erträglich.Wie besprochen: großes Mittagessen, kleines Abendessen. Wir kochen Tacos mit verschiedensten Belägen/Füllungen. Unwirklich stehen unsere beiden Fahrzeuge mit den 4 Stühlen gefühlt auf einer leeren Leinwand auf die mal die Welt gezeichnet werden soll. Abends wird es voll in Grenny. Wollen wir zusammen sein müssen wir alle hinein, denn draussen hat es bald 7 °C minus. Die Standheizung geht ja nicht ohne Höhenkit über 3300m (hier hat es 3700m) und so bastele ich aus einer Rohrschelle und einem Tütenclip den begrenzer für den Dieselfluss in die Brennkammer. Dafür muss erstmal die hartgefrohrene Leitung angewärmt werden. Am Ende läuft die Heizung und alle haben es warm. Nach dem beeindruckenden Sonnenuntergang werden wir noch Zeuge eines umso größeren Naturschauspiels. Auf einmal erscheint eine flache grell weiße Linie am Horizont, viel Breiter als der Sonnenuntergang, dann kommt der Mond zum vorschein. Ein unglaubliches Spektakel was keiner so je gesehen hat. Die Nacht ist kuschellig warm weil die Heizung läuft. Am Morgen sind die Wassertanks durchgefrohren.

10.07.17 Salar de Uyuni Tag 2

Langsamer Morgen, denn es dauert bis es trotz der Minusgrade in der Sonne erträglich ist. -7 °C ist recht warm für den Salar. -15 oder -20 °C sind angeblich die Norm. Großes Frühstück mit frischen Brötchen aus dem Rest des Teigs. Viel heißer Kaffee und dann wieder „schauen ins nichts“. Kein wölkchen, kein Geräusch, keine Menschen, keine Tiere. Heute wollenw ir die ganzen Fotos machen. Am Vortag haben wir schon etwas herum probiert und nochmal nachgelesen. Gar nicht so einfach, weil der Fotograf auf dem harten Salz liegen muss und die perspektivischen Aufnahmen nur funktionieren wenn alles haargenau stimmt. So wird Grenny riesig und jagt uns, und schrumoft dann so, dass wir auf ihm sitzen. Nynke komt aus einem gekochten Ei und wird eingesalzen. Dann verschwinden die Mädels in einem Topf usw. Dann wird noch Jongliert und sogar gejoggt. Tolles Erlebnis trotz 3700 Hm. Wie toll ist es diese Zeit hier verbringen zu dürfen. Die Jeeptouren haben 30 Min für Fotos :-/ So vergeht auch dieser Tag mit heißem Tee, Gesprächen und viel „gucken“. Mittags zaubert Nils Spagetthi Carbonara (wir sollten wirklich eine Kchshow aufmachen) und STeffi kocht schonmal die Tomatensuppe für den Abend vor. Nachteil bei so Kochbegeisterten Mitreisenden: Viel zum Abspülen :-) Am Abend sind wieder alle in Grenny versammelt. DIe Mädels häkeln auf dem Bett und die Männer sitzen auf den Stühlen. Wieder viel Spaß, viel Gelacht. Die Standheizung zickt heute, und ich darf mehrfach unter GRenny krabbeln um nach zu justieren. Am Ende wird klar, dass die lange Laufzeit die Batterie platt gemacht hat. Am Ende läuft sie die halbe Nacht. Besser als nichts.

11.07.17 Salar Uyuni Tag 3, Traingraveyard, Uyuni

Gefrohrene Scheiben, gefrohrene Milch, gefrohrenes Spülwasser. Ganz normaler Morgen auf dem Salar. Das Wasser ist knapp und Nils und ich Spülen sparsam ab bevor wir um die Mittagszeit „unsere“ Welt verlassen. Vorher noch Bikini/Nackfotos bei -4 °C ;-) Fast 1h müssen wir bis zum Eingang fahren. Steffi zirkelt schwitzend um die Schlaglöcher. Die brechen hier jede Achse! Wir besuchen noch den Traingraveyard. Ich mache fast einen Köpfer in ein Eisenloch als Nynke und ich Die Krähenpose (Yoga) für ein Foto auf einem rostigen Zug machen. Glück gehabt. Wir haben ganz schön was vor heute. Erstmal die Autos waschen und einölen lassen. Dann Mittagessen (Riesige Grillplatte. Wer ist denn so viel Fleisch ;-)) ) . Dann tanken. Dann Wasser (als wir die Purifikada nicht finden nimmt uns ein angetrunkener Lokal im Festanzug die Kanister ab und füllt sie bei sich im Haus. Als dank eine halbe Flasche „Tres Plumas Rum“.) Dann uns duschen. Die Stadt ist heute ein einziges Volksfest, was manchmal auch nerven kann. Frisch geduscht sitzen wir um 1700 Uhr als die ersten Gäste wieder bei der Minuteman Pizzeria. Nachdem alle Fotos getauscht sind, die Versicherung für Chile „organisiert“ ist und wir etwas gegessenhaben sind wir irgendwann die letzten Gäste. Unser unvergessliches Erlebnis und die Zeit zusammen soll so lange zelebriert werden wie möglich. Etwas unruhige Nacht (Musik, Rücken etc.)

12.07.17 Hallo Chile!

Am Morgen verabschieden wir uns um 7:30 Uhr bibbernd von einander. Die Soldaten marschieren schon zum Morgenappell, und wir fahren richtung Chile. Die Beiden schlagen den Weg zurück nach Potosi ein um dann nach Argentinien zu fahren. Vielleicht sehen wir sie dort… sonst natürlich in NL! Die Fahrt zum Grenzübergang Ollague über die 701 ist traumhaft. Zwar ist die STrasse nicht geteert, aber sehr gut befahrbar. Felsformationen wechseln sich mit Lagunen und schneebedeckten Bergen ab. Am Ende sind wir an der Grenze kurz vor der 2h dauernden Mittagspause. Bolivianische Seite: 10 Minuten. Chilenische Seite 40 Minuten. Schnellste Grenze aller Zeiten. Dokumente beim ersten mal richtig ausgefüllt. Autodurchsuchung ohne verlusst von Nahrungsmitteln (gut versteckt). Man merkt eindeutig, dass hier „Lateinamerika“ endet. Chile ist so westlich, dass wir es schon an der Grenze Merken. Dann astreiner Teer mit Leitplanken… an beiden Seiten!!! Hübsche Schilder, Pullouts (besser geteert als manche Strasse im rest des Kontinents… und mit kleinen Mäuerchen, besser gemauert als jedes peruanische Haus!). Wir genießen die Veränderung. So sehr wir die anderen Länder genossen haben ist es auch einfach mal schön wenn alles etws einfacher ist. Im übrigen LATAM ist jede kleinigkeit oft ein großes Problem, anstrengend, oder nicht vorhanden. Gepaart mit der mangelnden Infrastrucktur, dem Dreck durch nicht befestigte Strassen etc. Wir dürfen uns nicht beschweren, denn wir sind nur auf der Durchreise. Trotzdem ist es angenehm, wenn man sich auf die Landschaft konzentrieren kann ohne nach dem nächsten Schlagloch ausschau halten zu müssen. Große Salzlagunen mit Flamingos, paffende Volkane, endose einsamkeit, nur eine hand voll Autos in 6h Fahrt. Schön, dass wir da sind CHILE, wenn auch nur kurz. Camp hinter Chiu-Chiu am Fluss abseits der Ruta 21 nach Calama.

Eingestellt von Kojensen 10:15

Versende diesen EintragFacebookStumbleUpon

Inhalt

Schreibe als Erster einen Kommentar dazu.

Comments on this blog entry are now closed to non-Travellerspoint members. You can still leave a comment if you are a member of Travellerspoint.

Enter your Travellerspoint login details below

( What's this? )

Wenn Sie noch nicht Mitglied sind von Travellerspoint, werden Sie Mitglied kostenlos.

Join Travellerspoint